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Frankfurter Opernplatz : Party, Polizei und Diskussion

Deutliches Signal: Die Polizei zeigte am Wochenende mit mehreren hundert Beamten Präsenz vor der alten Oper. Bild: dpa

Politiker suchen das Gespräch, die Polizei ist auf alles vorbereitet. Das erste Wochenende mit neuen Regeln für den Frankfurter Opernplatz verläuft friedlich.

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          Es ist kurz vor eins, als Peter Feldmann geht, flankiert von Polizisten. Fast eine halbe Stunde hat Frankfurts Oberbürgermeister auf dem Opernplatz versucht, mit Teilnehmern einer Demonstration gegen Rassismus und das sogenannte Racial Profiling durch Polizei und Sicherheitsbehörden zu diskutieren. Worum es genau ging, ist nicht ganz klar. Und auch nicht, ob der SPD-Politiker, der schon Freitag Nacht auf dem Platz war, der wie kein anderer in der Stadt gerade im Licht der Aufmerksamkeit steht und der dafür seinen Urlaub unterbrochen hat, sich damit einen Gefallen tat.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rückblende. Samstag Nacht, 22.45 Uhr. Im Bahnhofsviertel, am Kaisersack, formieren sich die Teilnehmer der Anti-Rassismus-Demonstration. Rund um die Alte Oper stehen Mannschaftswagen der Polizei. Drei Hundertschaften sind aufgeboten, um einer Verfügung Nachdruck zu verleihen, die als Reaktion auf die schweren Ausschreitungen am Wochenende zuvor erlassen worden ist: Bis zunächst Anfang September gilt für den Platz von Mitternacht an ein Betretungsverbot, um 1 Uhr wird geräumt, bis 5 Uhr herrscht Aufenthaltsverbot.

          Feldmann und die Demonstranten

          Freitag Nacht ist all das zum ersten Mal exerziert worden, die Szenerie blieb friedlich. Jetzt, in der Nacht zum Sonntag, sieht es so aus, als werde bei der Bilanzierung des Wochenendes wieder von einem Erfolg gesprochen werden können. „Keinerlei Meldungen, absolut friedlich“, sagt ein Polizeisprecher um kurz nach 23 Uhr. Rund 300 Leute sind zu dem Zeitpunkt auf dem Opernplatz, stehen um den Lucae-Brunnen herum, sitzen auf den Stufen des Konzerthauses. In den Lokalen auf dem Platz sind unterdessen, anders als an den Wochenenden zuvor, etliche Tische frei. Gleichzeitig schiebt sich ein langsamer, aber steter Strom vom Opernplatz auf die Freßgass‘ und umgekehrt. Vor der Alten Oper steht der Oberbürgermeister, umringt von Kameras und Mikrofonen. Mal sehen, sagt er, ob jetzt jedes Wochenende so viel Polizei hier sein müsse.

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          Kurz bevor sie das nicht mehr hätten tun dürfen, betreten die Demonstranten die Szenerie. Sie sind sehr laut, sehr wütend, aber friedlich, sie erzählen von Beleidigungen, die sie aufgrund ihrer Hautfarbe erlebt hätten. Eine Sprecherin fordert immer wieder rechtsstaatskonformes Verhalten der Polizei. Laute, beifällige Rufe. Feldmann schaltet sich ein. Er bahnt sich einen Weg zu der Sprecherin, nimmt ein Mikrofon. Frankfurt stehe für Menschen aus Hunderten Nationen, sagt er. Manchmal wird ihm der Strom abgedreht, dann sind nur Satzfetzen zu hören, „berechtigtes Anliegen“, etwa, „Zusammenleben“. „Black live matters“, ruft er, fordert auf, mitzutun. Erst Schweigen, dann Buhrufe.

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