https://www.faz.net/-gzg-15mop

Frankfurter Oberbürgermeisterwahl : Auch Boddenberg will kandidieren

Möchte 2013 gerne Frankfurter Stadtoberhaupt werden: Michael Boddenberg, hessischer Minister und CDU-Mitglied Bild: dpa

„In welcher Stadt?“ Die Reaktion von Boris Rhein fällt ziemlich ironisch aus, als der Frankfurter CDU-Chef mit der Nachricht konfrontiert wird, dass auch Michael Boddenberg Oberbürgermeisterkandidat werden will. Nun hat die Union vier Aspiranten. Dabei wird erst 2013 gewählt.

          „In welcher Stadt?“ Die Reaktion von Boris Rhein fällt ziemlich ironisch aus, als der Frankfurter CDU-Vorsitzende mit der Nachricht konfrontiert wird, dass auch Michael Boddenberg Oberbürgermeisterkandidat werden will. In Frankfurt, für die CDU. Rhein, dem selbst Ambitionen nachgesagt werden, spielte mit seiner Reaktion darauf an, dass der hessische Minister für Bundesangelegenheiten in der Frankfurter CDU derzeit eher eine Randfigur ist.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Boddenberg selbst, der als Abgeordneter für den südmainischen Teil Frankfurts im Landtag sitzt, äußerte auf Anfrage, dass es sich um Gerüchte handele, die er weder bestätigen noch dementieren könne. Die Frage einer Kandidatur stelle sich derzeit nicht, denn die sehr erfolgreiche Oberbürgermeisterin Petra Roth sei noch drei Jahre im Amt. Ohnehin bestehe in der CDU, anders als in der Frankfurter SPD, keine Personalnot.

          Roth amtiert bis Juni 2013

          Tatsächlich zählt die CDU mit Boddenberg nun vier Bewerber um die Kandidatur für die Wahl, die zu Beginn des Jahres 2013 stattfinden wird. Die Amtszeit von Oberbürgermeisterin Roth (CDU) endet im Juni 2013.

          Boris Rhein selbst hat bisher nur geäußert, er beanspruche als Frankfurter Parteivorsitzender den ersten Zugriff, sobald es soweit sei

          Wie Boddenberg haben sich auch die übrigen Aspiranten mit öffentlichen Verlautbarungen zurückgehalten. Rhein selbst hat bisher nur geäußert, er beanspruche als Frankfurter Parteivorsitzender den ersten Zugriff, sobald es soweit sei. Am Montag sagte er auf Anfrage, der Kreisvorsitzende werde zu gegebener Zeit einen Vorschlag machen.

          Ein weiterer Kandidat für die Kandidatur ist Kämmerer Uwe Becker. Er hat bisher nur intern sein Interesse bekundet, sich zu bewerben. Und dann ist da noch Wirtschafts- und Sportdezernent Markus Frank. Der hält sich ebenfalls bedeckt, zeigt sich von den Spekulationen um seine Person jedoch durchaus geschmeichelt.

          Aus dem Römer waren in den vergangenen Monaten immer wieder Gerüchte darüber zu hören, dass sich auch Roth noch Hoffnungen auf eine vierte Amtszeit mache. Angeblich hat sie schon den Rat von Juristen eingeholt. Roths Büroleiter Peter Heine sagte gestern auf Anfrage, ihm seien solche Überlegungen nicht bekannt.

          Altersbegrenzung in Gemeindeordnung

          Die Spekulationen hatten neue Nahrung erhalten, als die Senioren-Union am vorigen Freitag mitteilte, sie halte die starren Altersgrenzen etwa bei der Wahl von Bürgermeistern und hauptamtlichen Stadträten für nicht zeitgemäß. Es berühre die Würde der älteren Menschen, wenn verfügt werde, dass sie nach ihrem 65. Geburtstag nicht mehr für ein solches Amt kandidieren könnten.

          Der Vorsitzende der Senioren-Union, Christoph Warnke, hatte auf Anfrage hervorgehoben, dass seine Forderung nicht auf eine abermalige Kandidatur Roths abziele, die im vorigen Jahr 65 Jahre alt geworden ist. So schnell könne man die Hessische Gemeindeordnung, die die Altersbegrenzung festschreibe, nicht ändern.

          Das gilt unter Verwaltungsjuristen allerdings nicht als ausgemacht. Schwerer wiegt ihrer Meinung nach, dass dann auch das Beamtenrecht geändert werden müsste. Beides könnte nur auf Initiative der Landesregierung geschehen; dass Ministerpräsident Roland Koch seiner Parteifreundin Roth diesen Gefallen täte, darf als ausgeschlossen gelten. Die Gesetzesvorlage müsste aus dem Innenministerium kommen, in dem ausgerechnet Rhein als Staatssekretär tätig ist.

          Weitere Themen

          NPD, IAA, SPD

          F.A.Z.-Hauptwache : NPD, IAA, SPD

          Nach der Aufregung um die Wahl eines NPD-Mannes zum Ortsvorsteher in Altenstadt planen CDU, SPD und FDP die Rolle rückwärts. Auto-Kritiker mischen die IAA auf. Und die Kandidaten für den SPD-Vorsitz im Bund stellen sich in Hessen vor. Die F.A.Z.-Hauptwache.

          Topmeldungen

          Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, winkt nach der Wahl seinen Anhängern.

          Wahl in Israel : Netanjahus Zukunft ungewiss

          Ausweg große Koalition? Zum zweiten Mal binnen fünf Monaten haben die Israelis ein neues Parlament gewählt. Ergebnis ist ein Nahezu-Patt zwischen Benjamin Netanjahu und seinem Herausforderer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.