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Carsten Knop

Frankfurter OB Feldmann : Am niedrigen Anspruch gescheitert

  • -Aktualisiert am

Noch ein halbes Jahr: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann kündigt seinen Rückzug an. Bild: Lucas Bäuml

Peter Feldmann sah sich stets als Durchschnittsbürger. Selbst an dieser Latte ist der Frankfurter Oberbürgermeister hängengeblieben. Der Zeitpunkt seines angekündigten Rückzugs wird von Eitelkeit und finanziellen Motiven mitbestimmt.

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          Es gibt noch Menschen, die Peter Feldmann (SPD) durchschauen. Sie sind Mitglieder der CDU oder der FDP und begleiten den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt seit Jahren. Spannend würden die Tage nach seinem zehnjährigen Amtsjubiläum, war von ihnen schon vor Wochen zu hören. Bis dahin werde er durchhalten wollen, aus finanziellen Gründen. Seine Altersversorgung dürfte sich nach dem zehnten Dienstjahr nennenswert verbessern, auch wenn sich die Höhe dieses Aufschlags nicht einfach berechnen lässt. So ist es ge­kommen: Nach dem Dienstjubiläum mussten die Frankfurter nur noch ein paar Tage warten, dann kam die An­kündigung des Rückzugs.

          Feldmann wäre allerdings nicht Feldmann, wenn er dabei keine schlitzohrige Überraschung bereitgehalten hätte. Er geht nicht etwa so­fort. Er kündigt seinen Rückzug erst für Ende Januar kommenden Jahres an. Der richtige Schritt erfolgt also unter mehreren Aspekten viel zu spät. Neben der Vermutung, dass Feldmann selbst bestimmen will, wann er geht, dürften hier der Name und die Amtszeit des großen Frankfurter Oberbürgermeisters Walter Kolb eine Rolle spielen. Knapp zwei Monate noch, dann hat Feldmann die Amtszeit des bisher am längsten am­tierenden Frankfurter Oberbürgermeisters von der SPD überholt. Dass ihm das ein Anliegen ist, hat Feldmann gesagt, lange bevor sich seine Verfehlungen zuspitzten. Welch eine Hybris dessen, der angeblich vor al­lem sozial schwächere Menschen im Auge hatte.

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