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Frankfurter Modelabel : Bomberjacke statt Brautkleid

Gruppenbild mit Hunden: Kathrin Jimenez, Magdalena Koch und Lena Stingl (von links) wollen zusammen Mode verkaufen. Bild: Helmut Fricke

Weil während der Corona-Pandemie weniger geheiratet wird, satteln zwei Hochzeitsplanerinnen und die Betreiberin eines Brautmodeladens um – mit ihrem Label Fräncy.

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          Um Diplomatie ist Magdalena Koch nicht bemüht. 2020, das Jahr der Pandemie, sagt sie, sei „ein Schlag in die Fresse“ gewesen. Eigentlich hätte ihr Geschäft, ein feiner Laden für außergewöhnliche Brautmode an der Sachsenhäuser Hedderichstraße, in diesem Jahr so richtig voll sein sollen. Im Juni 2019 hatte Koch, die sagt, dass sie schon immer davon geträumt habe, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, den Laden eröffnet. Alles lief gut an. Dass sie Brautkleider im Sortiment hat, die anders sind als die Durchschnittsware – moderner, gewagter, zeitgemäßer –, sprach sich schnell herum. Auf Kundinnen musste Koch, die im baden-württembergischen Sigmaringen Modedesign und Maßschneiderei gelernt hatte, nicht lange warten. Doch dann kam Corona. Und so gut wie alle großen Hochzeitsfeiern fielen aus. Feine Brautkleider brauchte nun erst einmal niemand mehr. Die Designerin hatte auf das falsche Pferd gesetzt – doch wer hätte damit schon rechnen können?

          Alexander Jürgs

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Kathrin Jimenez und Lena Stingl ging es nicht anders. Auch sie hatten auf den Durchbruch gehofft. Kennengelernt haben die beiden Frauen sich in der Marketingabteilung eines Großunternehmens. Doch auch sie träumten schon länger von der Selbständigkeit. Neben ihrem Hauptberuf fingen sie an, Hochzeiten zu organisieren. Auch sie wollten es in ihrem Geschäft anders machen als der Durchschnitt: keine Romantik vom Reißbrett, nicht die üblichen roten Rosen und das Schleierkraut. Erst kündigte Jimenez ihren Job, später Stingl, „Paint It White“ haben sie ihr Unternehmen getauft. Und das Geschäftsfeld, für das sie sich entschieden hatten, boomte.

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