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Mahlzeiten an Bedürftige : Heißes Chili, warme Gesten

  • -Aktualisiert am

Distanz ist bei den Mahlzeiten im Karstadt Sport gewahrt: Joachim Ringwald im Gespräch auf Abstand. Bild: Finn Winkler

In der Frankfurter Katharinenkirche gibt es Essen für Bedürftige. Fast hätte die Winteraktion ausfallen müssen. Wegen Corona zogen sich viele Ehrenamtliche zurück, die einer Risikogruppe angehören. Eingesprungen sind Fans von Eintracht Frankfurt.

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          Nur ein knallrotes Werbebanner erinnert in der zweiten Etage des leergeräumten Karstadt Sport an vergangene Zeiten. Es schreit mit weißen Großbuchstaben nach Aufmerksamkeit: „Sale“. Dabei gibt es im ehemaligen Kaufhaus gar nichts mehr zu kaufen, im Oktober musste die „Karstadt Sport Arena“ gegenüber der St. Katharinenkirche schließen. Trotzdem ist in der rund 1100 Quadratmeter großen Halle heute viel los: Hinter einer Theke stehen Männer und Frauen in grauen Schürzen und schöpfen Chili con Carne in Teller, davor sitzen ihre Gäste an Bierbänken und warten darauf, dass sie ihnen serviert werden. Anders als es das Ausverkaufsschild vermuten lässt, müssen die Gäste nicht für das Mittagessen zahlen. Es ist der erste Tag der Winteraktion der Frankfurter St. Katharinen Gemeinde.

          Seit 1983 verteilen freiwillige Helfer der Katharinenkirche im Januar warme Mahlzeiten an Bedürftige. Doch in diesem Jahr ist vieles anders: Anstatt in der Kirche servieren die Helfer ihr Chili con Carne im leerstehenden Karstadt Sport an der Zeil. Die Eigentümerin Signa Real Estate hat es den Freiwilligen mietfrei zur Verfügung gestellt. Denn anders als in der Kirche können in der Halle bis zu fünfzig Menschen auch mit Abstand gleichzeitig zusammensitzen. Am Eingang kontrollieren breitschultrige Türsteher in blauen Uniformen, dass es nicht doch mehr werden.

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