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Frankfurter Innenstadt : Klassische Architektur für Maintor-Projekt gesucht

Frankfurter Skyline: Drei neue Hochhäuser sind auf dem Degussa-Gelände geplant Bild: Claus Setzer

Bis Jahresende soll klar sein, wie die Hochhäuser auf dem Degussa-Gelände in der Frankfurter Innenstadt aussehen werden. Das sogenannte Gutachterverfahren für die Architektur von zwei Bürotürmen hat begonnen.

          Bis Jahresende soll klar sein, wie die Hochhäuser aussehen könnten, die das Maintor-Projekt auf dem Degussa-Gelände in der Frankfurter Innenstadt prägen werden. Gestern begann das sogenannte Gutachterverfahren für die Architektur der beiden Bürotürme „Winx“ und „Panorama“; der Entwurf für das dritte Hochhaus des Ensembles, „Porta“ steht schon fest.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Unter den sieben Architekturbüros, die, wie berichtet, in Abstimmung mit der Stadtplanung zu dem Wettbewerb eingeladen wurden, sind zwei etablierte und ein junges Frankfurter Büro sowie nationale und internationale Architekten. Die Frankfurter Büros KSP Jürgen Engel und Christoph Mäckler Architekten nehmen teil, das junge Büro Happ geht eine Arbeitsgemeinschaft mit dem bekannten Berliner Architekten Max Dudler ein. Außerdem wurden Kleihues + Kleihues aus Berlin, David Chipperfield (London), Allmann Sattler Wappner (München) und HPP Hentrich Petschnigg + Partner (Düsseldorf) eingeladen.

          Klassische Architektursprache

          Der Eigentümer des Degussa-Geländes in der Frankfurter Innenstadt, die Deutsche Immobilien Chancen (DIC), will das am nördlichen Mainufer zwischen Schauspielhaus und Karmeliterkloster gelegene Areal bis 2014 in ein Wohn- und Büroquartier umgestalten. Für den zentral gelegenen hundert Meter hohen Büroturm „Winx“ und das zum Mainufer orientierte, 64 Meter hohe Bürogebäude in der südwestlichen Ecke des Quartiers, das auf den Namen „Maintor Panorama“ getauft wurde, wird eine Architektur in einergieeffizienter Bauweise gesucht. Das Gutachterverfahren soll bis Dezember abgeschlossen sein. Die achtköpfige Jury aus Bauexperten, Vertretern der Stadt sowie dem Bauherrn wird Anfang Dezember eine Auswahl von drei Preisträgern aus den sieben Entwürfen benennen.

          Der Bauherr bevorzugt eine einheitliche, eher klassische Architektursprache. Nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der DIC, Ulrich Höller, solle an dieser Stelle kein „Architekturpark“ entstehen. „Wir wollen keine expressionistischen Solitäre bauen, sondern planen einen urbanen Campus“, sagte er. Die Teilnehmer zeichneten sich durch eine zeitlose, klassische Architektursprache aus. Ob die beiden Hochhäuser von demselben Architekten oder von unterschiedlichen Baumeistern stammen, soll von dem Wettbewerbsergebnis abhängen. Höller favorisiert unterschiedliche Architekten.

          Bis 2014 fertig

          Mit dem „Porta“ genannten, 64 Meter hohen Bürogebäude im ersten Bauabschnitt an der nördlich gelegenen Weißfrauenstraße, das auf einen Entwurf des Büros KSP Engel und Zimmermann zurückgeht, soll bereits im Frühjahr begonnen werden, sobald der Bebauungsplan beschlossen ist. Höller hofft auf einen Beschluss im Februar oder März. Nach Auskunft des Planungsdezernenten Edwin Schwarz (CDU) befindet sich das Bebauungsplanverfahren in der Endphase. Die DIC hat den Bauantrag für das Gebäude im Juni eingereicht. Es hat eine Bruttogeschossfläche von 19.000 Quadratmetern.

          Die Evonik Degussa GmbH verlässt das bisher von ihr genutzte und abgeriegelte Gelände zum 31. Dezember 2010. Erst danach kann mit dem Hochhaus Winx im zweiten Bauabschnitt begonnen werden. Bisher ist geplant, dass der dritte Büroturm „Maintor Panorama“ schon im zweiten oder dritten Bauabschnitt folgt. Das Areal soll bis 2014 fertig sein. Auf Nachfrage sagte Höller allerdings, dass die Hochhäuser nicht rein spekulativ, also ohne Vorvermietung, gebaut würden, sollte „die Wirtschaft am Boden liegen“.

          200 Wohnungen

          Perspektivisch soll das Maintor-Quartier ein Teil des Bankenviertels werden. „Wir wollen die Bankenlage verlängern“, sagte Höller. Auch die Mieten werden sich an den im Bankenviertel üblichen Marktpreisen orientieren. Die Vermarktung soll im nächsten Jahr beginnen. „Wir werden von großen Mietern schon in Betracht gezogen“, sagte Höller.

          Die DIC plant auf dem Degussa-Gelände ein Ensemble von neun unterschiedlich genutzten Einzelgebäuden. In drei zum Mainufer orientierten Solitären sollen auch 200 Wohnungen entstehen. Der Wohnanteil beträgt 20 Prozent der gesamten Geschossfläche. Mit der Planung dieser drei „Maintor Palazzi“ sowie des gemischt genutzten Gebäudes „Maintor Patio“ am zentralen Platz soll ein Architekt beauftragt werden.

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