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Frankfurter Großprojekte : Bekenntnisse der Bauherren in Zeiten der Krise

Soll Ende 2014 stehen: das „Hotel an der Oper” im Herzen Frankfurts Bild: Stiller Immobilien GmbH

Die Wirtschaftskrise stellt Projektentwickler und andere Bauherren in Frankfurt vor enorme Herausforderungen. Stichwort: Kreditklemme. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer: Projekte wie der Büroturm T 185 zählen dazu.

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          Die Wirtschaftskrise stellt Projektentwickler und andere Bauherren in Frankfurt vor enorme Herausforderungen. Wegen der Kreditklemme auf dem Finanzmarkt droht bei einer Reihe von Bauvorhaben die schon sicher geglaubte Finanzierung wegzubrechen, die Investoren halten sich dieser Tage deshalb spürbar zurück. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer: Projekte wie der Büroturm T185 zählen dazu. Seine Finanzierung ist gesichert, und die Baugrube am Eingang zum Europaviertel ist schon ausgehoben. Nun hat der Bauherr, die Projektentwicklungsgesellschaft Vivico, auch einen Investor für den Hochbau gefunden. Bei anderen Bauvorhaben, die das Gesicht der Stadt maßgeblich verändern werden, geht es dagegen nur noch stockend voran.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          T 185

          Der Bauherr, die Projektentwicklungsgesellschaft Vivico, hat die kompletten Rohbauarbeiten an den Baukonzern Hochtief Construction vergeben. Der Essener Baukonzern baut den 185 Meter hohen Turm mit 50 Stockwerken an der Friedrich-Ebert-Anlage, er ist schon zu rund 60 Prozent an die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers vermietet. Ein Bankenkonsortium unter der Führung der Eurohypo AG investiert 254 Millionen Euro in den Bau. Außerdem sind die Finanzinstitute DG Hyp, Deutsche Hypo und RZB involviert. „Für Vivico zahlt sich die auf Nachhaltigkeit und Solidität ausgerichtete Projektentwicklung aus, denn solch hohe Finanzierungsaussagen sind heute nicht alltäglich“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernhard Hansen. Mit dem Bau der Bodenplatte wird noch in dieser Woche begonnen. Ende 2011 soll der Bau des Turmes, der in dem umweltfreundlichen Standard „Leed“ gebaut wird, abgeschlossen sein.

          Skyline Plaza

          Nur wenige Meter vom T185 entfernt, plant die Vivico das sogenannte Skyline Plaza, ein Einkaufs- und Kongresszentrum im Europaviertel. Teil des Großprojekts ist ein 160 Meter hoher Hotelturm, für dessen Gestaltung in Kürze einige Büros zu einem Architekturwettbewerb eingeladen werden. Vivico wird in den nächsten Monaten aber noch nicht mit dem Bau beginnen. „Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr anfangen können“, sagte ein Sprecher. Auch die Suche nach einem Betreiber des Kongresszentrums ist bisher erfolglos geblieben.

          Mehrzweckhalle am Stadion

          Der Bau der geplanten Mehrzweckhalle am Stadion droht ein Opfer der Wirtschaftskrise zu werden. Die Frist für die Abgabe der Angebote zur Errichtung der Multifunktionsarena endet am 31. März, doch Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangekl sagte auf Anfrage, er rechne nicht mehr damit, dass überhaupt ein Angebot eingehen werde. Bisher waren vier Unternehmen an Bau und Betrieb einer solchen, rund 12.000 Zuschauer fassenden Halle interessiert, unter anderen war die Commerzbank-Tochter Commerz Real dem 100-Millionen-Euro-Projekt zugeneigt. In der Immobilienbranche war jedoch immer wieder darauf hingewiesen worden, dass eine solche Halle kaum wirtschaftlich zu betreiben sei. Damit wird offenbar auch die Architektur des Büros Coop Himmelb(l)au in der Schublade verschwinden: Die Wiener hatten für Commerz Real und den Projektentwickler Rüdiger Schreiber einen Entwurf erarbeitet.

          Hotel an der Alten Oper

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