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Frankfurter Gesicht : Siegfried Dietrich ist der „Mister Frauenfußball“

Ein Frankfurter Gesicht: Siegfried „Siggi“ Dietrich Bild: Oliver Sebel

Der Frauenfußball in Frankfurt ist personifiziert durch einen Mann: Siegfried Dietrich hat den FFC Frankfurt geprägt – und ihm mit dem Anschluss an die Eintracht eine Zukunft ermöglicht.

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          Siegfried Dietrich, den alle nur „Siggi“ nennen, leidet derzeit wohl noch etwas mehr als andere an der sozialen Distanz. Der „Mister Frauenfußball“ ist schließlich ein Mann des Netzwerkens, des persönlichen Gesprächs, einer, der sich eher mal ein paar Zentimeter zu viel nähert, als dass man ihm zu große Distanz vorhalten könnte. Auf mehr als 1,50 Meter Abstand oder über Online-Meetings ist Dietrich nicht derselbe. „Ich hoffe auf eine neue Normalität, die das Netzwerken, das emotionale Miteinander wieder ermöglicht. Mir fehlt der persönliche Draht“, sagt der 63 Jahre alte Frankfurter.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diese Drähte nutzt Dietrich seit beinahe einem Vierteljahrhundert, um den Frauenfußball zu „verkaufen“. Auf dem Tennisplatz lernte er einst Monika Staab kennen, die Trainerin der Bundesliga-Fußballerinnen der SG Praunheim. Er versprach, bei der Vermarktung zu helfen. Der damals selbständig tätige Physiotherapeut hatte zuvor durch seinen Kontakt zur Eislauflegende Katarina Witt Erfahrungen gesammelt in der Veranstaltung von Eislaufgalas. Dietrich ahnte ein Potential, als der Fußball der Frauen noch wenig Anerkennung genoss. „Es gab Zeitpunkte, wo man nerven, wo man beharrlich sein musste“, sagt er. Auf ihn ging 1998 die Gründung des FFC Frankfurt als reiner Frauen-Verein zurück, die Grundlage für eine unvergleichliche Erfolgsstory: Siebenmal wurde der Klub deutscher Meister, gewann viermal den Europapokal.

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