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Frankfurter Gesichter : Nico Ubenauf und das Licht

Frankfurter Gesicht: Frank Ubenauf, wie unser Zeichner ihn sieht Bild: Zeichnung Oliver Sebel

Nico Ubenauf spricht gerne in Sinnbildern, in denen es um Licht geht. Das hat mit dem Geschäft zu tun, mit dem er sein Geld verdient.

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          Wenn er sich für Frankfurt etwas wünschen dürfte, dann wäre es ein „Leuchtturmprojekt“. Etwas, das die Stadt zum Strahlen bringt und ihr international Glanz verleiht. Und es kommt nicht von ungefähr, dass Nico Ubenauf dabei in Metaphern spricht, die mit Licht in Verbindung stehen. Denn Licht ist die Essenz seines Geschäfts. Sein Unternehmen satis&fy ist zwar inzwischen weit mehr als ein Anbieter von Veranstaltungstechnik, doch es hat seine Wurzeln in der Inszenierung von Marken und Events mithilfe von Beleuchtung.

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auch heute noch spielt Licht eine große Rolle für Ubenauf. Gemeinsam mit der Offenbacher Messe hat er ein Studio eingerichtet, in dem auf Wänden mit Zigtausenden LEDs virtuelle Welten entstehen, die es ermöglichen, Filme zu drehen, als spielten sie in fernen Ländern. Dass Frankfurt nach der unausweichlichen Absage im vergangenen Jahr das Lichterspektakel Luminale im Frühjahr 2022 nun ein weiteres Mal ausfallen lässt, ist für ihn „ein Unding“. Schließlich habe die Veranstaltung zuletzt Tausende Gäste in die Stadt gelockt. Lieber solle man sich ein Beispiel an der Partnerstadt Lyon nehmen, wo die Fête des Lumières als jährliches Spektakel internationale Maßstäbe setze. Ubenauf sagt das nicht, weil ihm durch die Absage Aufträge entgehen. Dem gebürtigen Heusenstammer, der seinen Unternehmenssitz in Karben in der Wetterau hat und der in Frankfurt lebt, geht es um die Stadt und wie sie von Besuchern wahrgenommen wird.

          Event Locations zu Studios

          Kürzlich sei er mit ausländischen Besuchern durch die Innenstadt gegangen, erzählt er, und die hätten angesichts überquellender Abfalleimer gefragt, wie lange denn die Müllabfuhr schon streike. „Es kann nicht sein, dass das keinen hier stört und sich niemand kümmert.“

          Ubenauf gehört nicht zu denjenigen, die nur ihren eigenen Kram regeln wollen. Auch wenn er damit während der Pandemie schon reichlich zu tun hatte. Er musste mit der Absage aller Events und Konzerte seinen Betrieb praktisch komplett herunterfahren. Nach kurzer Schockstarre verwandelte er die zahlreichen Veranstaltungsorte, die er betreibt, wie die alte Industriehalle Fredenhagen in Offenbach und das Palais Thurn und Taxis in Frankfurt, in Studios für digital übertragene Veranstaltungen. Und er gründete mit Kollegen aus der Eventbranche die Initiative #alarmstuferot.

          Lamento liegt ihm eigentlich nicht, lieber berichtet er mit spitzbübischem Lächeln, dass er mit seinem Team die Zeit auch genutzt habe, um ein Netzwerk auszubauen und beispielsweise eine Allianz mit einer großen britischen Entertainmentgesellschaft geschlossen habe. Gemeinsam wollen sie internationale Kunden noch besser betreuen.

          Veranstalter: Nico Ubenauf von Satis & Fy am Palais Thurn und Taxis
          Veranstalter: Nico Ubenauf von Satis & Fy am Palais Thurn und Taxis : Bild: Lakuntza, Nerea

          Chancen zu sehen und im rechten Moment den richtigen Griff anzuwenden, das liegt dem einstigen Judokämpfer. Ebenso aber zu erkennen, wann es Zeit ist, aufzugeben. So begrub er trotz anfänglicher Erfolge den Plan, als Bassist Weltkarriere zu machen, und ergriff die Chance, seinen Weg in der Veranstaltungsbranche zu gehen. Dabei blieb zum Leidwesen der Eltern auch das Studium von Politik- und Sozialwissenschaften auf der Strecke. Dafür eröffnete sich die Chance, ins Unternehmertum einzusteigen. Die Zusammenarbeit mit Nike bescherte ihm die Begegnung mit seiner späteren Frau.

          Das Interesse an der Entwicklung der Gesellschaft ist dem 1968 Geborenen geblieben und hat sich kürzlich in seinem Engagement für das S.O.U.P. Festival in Frankfurt niedergeschlagen. Das Festival hat zum Ziel, die Zukunft des Lebens in den Innenstädten gemeinsam zu ergründen. Vielleicht, so meint Ubenauf, könnte sich das zu einem Format mit Strahlkraft entwickeln.

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