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Frankfurter Gesichter : Christian Mook ist ein Selfmademann

Unternehmer: Christian Mook führt in Frankfurt fünf Restaurants. Bild: Zeichnung Oliver Sebel

Christian Mook ist Unternehmer aus vollem Herzen. Sein Grundoptimismus verlässt ihn auch in Corona-Zeiten nicht. Und wenn doch, dann werden seine rhetorischen Spitzen, die er immer parat hat, noch etwas schärfer.

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          Gegen Abend werde er jetzt immer nervös, sagt Christian Mook. „Wenn es 18 Uhr ist, dann will ich eigentlich los, ich will in meine Läden.“ Die Läden: fünf Restaurants in Frankfurt, wie alle anderen seit Monaten geschlossen in einem Lockdown, von dem noch unsicher ist, wann er endet. „Lange können wir das nicht mehr durchhalten“, sagt Mook. Die Gastronomie habe viel ertragen, er auch. „Wir sind finanziell ziemlich auserzählt.“ Viele dächten noch immer, Wirte würden großzügig entschädigt. Im Einzelfall möge das unbürokratisch geschehen sein, auf ihn treffe es nicht zu.Nur eine fünfstellige Summe habe er bisher erhalten. Probleme gebe es auch mit dem Kurzarbeitergeld, das an die Mitarbeiter weitergeleitet wird. Für März zum Beispiel sei es am Monatsersten nicht auf den Konten gewesen, „die Leute brauchen doch das Geld“. Gut 180 Personen hat Mook auf seinen Lohnlisten. „Bis jetzt haben wir noch niemanden wegen Corona entlassen.“

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mook, Jahrgang 1969, ist gebürtiger Frankfurter. Vor 30 Jahren eröffnete er das „M-Steakhouse“, das erste Steaklokal in Deutschland auf Gourmetniveau. Es floriert bis heute, oder besser: tat das bis zur Pandemie. Zur Mook Group gehören inzwischen auch das Franziska im Henninger-Turm, die Brasserie Mon Amie Maxi, der Ivory Club, das Zenzakan. 2019 war das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Gruppe, die Gäste hätten es gut mit ihm gemeint, sagt Mook. Inzwischen fehlten mehr als zwölf Millionen Euro Umsatz im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten.

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