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Frankfurter Flughafen : Ohr-Thermometer für Fluggäste aus Mexiko

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Mundschutz zur Begrüßung: Ein Vater holt seine Tochter nach einem Besuch in Mexiko am Frankfurter Flughafen ab Bild: dpa

Nachdem auch in Deutschland Infektionen mit dem neuartigen Grippe-Virus vom Typ A/H1N1 bestätigt wurden, hat das Frankfurter Gesundheitsamt die Kontrollen ankommender Flugzeuge verschärft. Alle Fluggäste aus Mexiko werden nun untersucht.

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          Nachdem auch in Deutschland Infektionen mit dem neuartigen Grippe-Virus vom Typ A/H1N1 bestätigt wurden, hat das Frankfurter Gesundheitsamt die Kontrollen ankommender Flugzeuge verschärft. Wie Walter Gaber, Leiter der Flughafenklinik, in einer Pressekonferenz im Gesundheitsamt mitteilte, untersuchen Ärzte nun alle Passagiere in den aus Mexiko kommenden Flugzeugen. Dabei werden auch Ohr-Thermometer eingesetzt, die genauere Ergebnisse liefern sollen als zum Beispiel in Asien verwendete Wärmebildkameras oder Stirn-Thermometer. Bisher seien alle Maschinen „als sauber freigegeben“ worden. Von den drei infizierten Deutschen ist vermutlich keiner über den Frankfurter Flughafen eingereist.

          Die Kritik an den Flughafen-Kontrollen, die der Mikrobiologe Alexander Kekulé von der Universität Halle-Wittenberg öffentlich geäußert hatte, wies der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamts, René Gottschalk, zurück. Seine Behörde habe sofort gehandelt, habe jedoch vor der Verkündung der Risikostufe vier durch die Weltgesundheitsorganisation rechtlich keine Möglichkeit gehabt, Flugreisende nach der Landung am Aussteigen zu hindern. Gaber fügte hinzu, alle Passagiere aus Mexiko unter Quarantäne zu stellen, sei nach derzeitigem Stand der Dinge weder möglich, noch notwendig.

          Bei Bedarf bis zu 40 Telefone besetzt

          Das Gesundheitsamt weitete seine Beratung für Bürger aus. An der Telefon-Hotline mit der Nummer 212-70800 geben von heute an zehn Mitarbeiter in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr Auskünfte. Bei Bedarf könnten bis zu 40 Telefone besetzt werden. Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Die Grünen) wies jedoch darauf hin, dass die Leitung für konkrete Fragen, zum Beispiel von Rückkehrern aus Mexiko, eingerichtet worden sei, nicht für generelle Interessensfragen zur Mexiko-Grippe. Aktuelle Informationen und Verhaltensregeln finden sich im Internet unter www.frankfurt.de.

          Über Verdachtsfälle müssen niedergelassene Ärzte das Gesundheitsamt informieren, das dafür jetzt rund um die Uhr in Bereitschaft ist. Nur die Amtsärzte können veranlassen, dass Patienten auf der Isolierstation des Frankfurter Universitätsklinikums aufgenommen werden. Sie haben auch das Recht, die Untersuchung von Reisenden im Flugzeug durchzusetzen, falls jemand sie verweigern sollte.

          Gottschalk sagte, dass Mexiko die Zahl der nachgewiesenen, durch die Grippe verursachten Todesfälle deutlich nach unten korrigiert habe, sei beruhigend. „Wir bewegen uns jetzt nur noch im Rahmen der ganz normalen saisonalen Grippe.“ Laut Auskunft der Gesundheitsexperten ist Frankfurt auf das mögliche Auftreten von Erkrankungen in der Stadt und der Umgebung mit dem kommunalen Pandemieplan gut gerüstet. Selbst wenn sich ein Drittel der Bevölkerung Hessens ansteckte, würden nur für acht bis zehn Prozent Medikamente benötigt. Mit einem vorhandenen Vorrat für zwanzig Prozent sei „deutlich mehr als nötig“ verfügbar.

          Mundschutz wird derzeit nicht empfohlen

          Für das Leben in der Stadt Frankfurt hat die erhöhte Aufmerksamkeit der Behörden bisher keine Auswirkungen. In den Informationen des Gesundheitsamts heißt es, das Tragen von Mundschutz werde zurzeit nicht empfohlen. Ob eine Grippe-Impfung mit dem jetzt erhältlichen Impfstoff eine Wirkung habe, sei fraglich.

          Die Landesapothekerkammer Hessen meldete unterdessen eine erhöhte Nachfrage nach verschreibungspflichtigen Grippemitteln wie Tamiflu. Sie seien kurzzeitig ausverkauft gewesen, nun aber wieder vorrätig. Die Apotheker warnen davor, die Medikamente vorbeugend und ohne Konsultation eines Arztes zu schlucken.

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