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300. Demo am Flughafen : Jubiläum der Fluglärmgegner

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Die 300. Montags-Demonstration im Rahmen der Kampagne „Deutschland fliegt nicht“ Bild: Helmut Fricke

Jeden Montag treffen sich etliche Demonstranten am Frankfurter Flughafen. Nun kamen die Protestler zum 300. Mal zusammen. Sie fordern einen Stopp des Flughafenausbaus und eine Ausweitung des Nachtflugverbotes.

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          Jubiläum der besonderen Art: Zum 300. Mal sind am Montag am Flughafen Frankfurt Fluglärmgegner auf die Straße gegangen. Sie protestierten abermals gegen die Lärm- und Feinstaubbelastungen, die der größte deutsche Airport verursacht. Nach Angaben des Bündnisses der Bürgerinitiativen (BBI) beteiligten sich über 1000 Menschen an der Demonstration. Die Polizei sprach von etwa 550 Teilnehmern.

          Vorgestellt werden sollte bei der Kundgebung unter anderem die Kampagne „Deutschland-fliegt-nicht“. Die Initiatoren rufen dazu auf, eine Woche im Februar 2020 auf Inlandsflüge zu verzichten. Im Foyer des Terminals 1 war eine Fotoaktion geplant – auf einem „Gemeinsam-Nix-Tun“-Sofa. Zuvor sprach der Mainzer Kabarettist Lars Reichow zu den Demonstranten. Das BBI ruft seit der Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn im Jahr 2011 zu den Montagsdemos auf. Woche für Woche kommen rund 250 Protestler.

          Das Bündnis fordert einen Stopp des Flughafenausbaus und eine Ausweitung des Nachtflugverbotes. Derzeit gilt dies zwischen 23 und 5 Uhr. Zudem will das Bündnis, dass die Flugbewegungen pro Jahr reduziert werden und die Nordwestlandebahn stillgelegt wird.

          Derzeit fertigt der Frankfurter Flughafen jährlich rund 70 Millionen Passagiere und mehr als zwei Millionen Tonnen Fracht ab – und ist somit der größte Flughafen Deutschlands. Im vergangenen Jahr zählte der Flughafenbetreiber Fraport insgesamt 512.000 An- und Abflüge. Das entspricht rund 1400 am Tag. Die Passagierzahl hat sich seit 1994 fast verdoppelt.

          Um noch mehr Flugreisende abfertigen zu können, baut Fraport aktuell auf einer ehemaligen US-Militärbasis im Süden am neuen Terminal 3. Es soll früheren Angaben zufolge zunächst eine Kapazität für bis zu 14 Millionen Passagiere jährlich bieten und um die drei Milliarden Euro kosten. Im April dieses Jahres wurde der Grundstein dazu gelegt. Die Demonstranten befürchten dadurch eine Zunahme der Umwelt- und Lärmbelastung.

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