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Frankfurter Flughafen : Die einen legen den Grundstein, andere stellen den Grabstein auf

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Abgetropft: So soll das Innere des Terminal 3 einmal aussehen Bild: extern

Hessens Finanzminister Schäfer preist das Terminal 3 am Flughafen Frankfurt als „wichtigen Schritt für den Wirtschaftsstandort Hessen“. Nun ist der Grundstein gelegt. Zum Ärger von Ausbaugegnern.

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          Der Ausbau des Frankfurter Flughafens geht weiter. Begleitet von Protesten einiger Bürgerinitiativen hat der Betreiber Fraport den Grundstein für das dritte Passagier-Terminal gelegt, über das im Endausbau rund 25 Millionen Passagiere abgefertigt werden sollen.

          Die hessische Wirtschaft zeigt sich erfreut über den Baubeginn, wie ihr Spitzenverband mitteilt. „Das Terminal 3 wird dringend nötige zusätzliche Kapazität zur Abfertigung von Passagieren und Fracht bringen“, heißt es bei der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. Es sei bemerkenswert, bemerkenswert, wie zügig Fraport die Projekte des Planfeststellungsbeschlusses aus 2007 abarbeite. Das sei vorbildlich für andere Großprojekte.

          Ein erster Bauabschnitt soll ab 2021 die beiden bestehenden Terminals entlasten, über die im vergangenen Jahr knapp 70 Millionen Passagiere gereist sind. Im Jahr 2023 soll dann den Planungen zufolge eine zusätzliche Kapazität von 21 Millionen Passagieren zur Verfügung stehen. Das M-Dax-Unternehmen Fraport will bis zu 4 Milliarden Euro investieren, eine der größten privaten Infrastruktur-Investitionen in Europa.

          Ohne Al-Wazir

          Während an der Baustelle eine offiziellen Zeremonie mit rund 700 Gästen aus Wirtschaft und Politik stattfand, hielten Ausbaugegner im Terminal 1 eine Mahnwache ab. Sie befürchten zusätzliche Belastungen der Region durch Abgase und Lärm. Mit einem Grabstein wollen die Bürgerinitiativen den hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) an frühere Aussagen gegen das Terminal erinnern. Der Politiker war bei dem Festakt nach Angaben seines Ministeriums nicht anwesend, er besuchte stattdessen ein Richtfest für ein Wohngebäude in Frankfurt.

          Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) bezeichnet den Bau von Terminal 3 als „wichtigen Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens und damit auch für den Wirtschaftsstandort Hessen.“ Das Land als öffentlicher Anteilseigner sei verpflichtet, die Belastungen für die Region durch den Flugbetrieb möglichst gering zu halten.

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