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Frankfurter Fahrradfallen : Wo es jeden Tag eng wird für Radfahrer

Engpass: Verkehrsinsel am Eschenheimer Tor. Bild: Jana Mai

Wer in Frankfurt mit dem Rad fährt, muss bereit sein, sich beherzt in den Verkehr zu werfen, denn an vielen Stellen wird den Pedalisten das Dasein unnötig erschwert.

          Es gibt Engpässe wie am Eschenheimer Tor, die entstanden sind, weil die Verkehrsplaner nicht damit gerechnet haben, dass sich das Radleraufkommen derart erhöht. Teils liegt die prekäre Situation für Radfahrer auch daran, dass die Polizei Regeln wie das Parkverbot auf Radwegen nicht durchsetzt.

          Kein Platz auf dem rettenden Eiland

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Theresa Weiß

          Zehn Minuten können einen großen Unterschied machen. Das kennen Pendler aus dem morgendlichen Berufsverkehr. Und es trifft in Frankfurt auch die Radfahrer. Zwischen acht und neun, wenn die meisten ins Büro müssen, wird der Anlagenring zur Autobahn. Verschlafen und verträumt sollte man dann besser nicht im Sattel sitzen. Nun sind die Wege im Anlagenring breit, und es gibt Ausweichmöglichkeiten, doch irgendwann steuern alle auf eine rote Ampel zu und müssen – oder sollten zumindest – anhalten.

          Ein absoluter Engpass ist die Kreuzung vor dem Kino Metropolis am Eschenheimer Tor. Eine kleinere und eine größere Verkehrsinsel trennen hier zwei mehrspurige Straßen und den Abzweiger Richtung Oeder Weg. Bei Grün kommen Radfahrer, egal, aus welcher Richtung, jeweils nur bis zur großen Verkehrsinsel. So will es die Ampelschaltung. Dann dürfen die Autos fahren, erst danach geht es für die Radfahrer weiter. Doch morgens ist der Andrang so groß, dass die paar Quadratmeter Inselchen nicht für alle ausreichen, die dort stranden. So stehen die letzten Ankömmlinge einer Grünphase oft mit einem oder beiden Rädern auf der Straße. Und beinahe ist man froh, wenn ein Nachbar eine autofreie Lücke nutzt und verbotenerweise bei Rot losradelt. Weil die Autos aber oft mit Tempo um die Ecke kommen, hat man schon viele brenzlige Situationen gesehen. Auch wegen anderer Radfahrer, die aus allen Richtungen querschießen. Fußgänger sind im Morgenverkehr ohnehin verloren.

          Zugeparkt: In der Alexanderstraße stehen fast immer Autos auf dem Radweg.

          Es könnte so einfach sein. Die Planer haben sich Mühe gegeben, denn die Alexanderstraße in Rödelheim ist eine Einbahnstraße, also müssen die Autofahrer daran erinnert werden, dass sie nicht ganz allein dort unterwegs sind. Dass sie Rücksicht nehmen müssen auf schwächere Verkehrsteilnehmer, die sich dort entgegen dem Autoverkehr bewegen dürfen. Also haben die Planer einen gut sichtbaren Fahrstreifen für Radler auf die Straße malen lassen, sie haben für die Nichtmotorisierten sogar eine kleine Beschilderung anbringen lassen: an der Lorscher Straße Vorfahrt beachten. Aber die besten Absichten nützen nichts, wenn sich nicht alle an die Regeln halten.

          Auf dem Radweg in der Alexanderstraße parken so gut wie immer Autos. Fahrradfahrer müssen in der Mitte der Straße fahren, um die parkenden Autos nicht zu touchieren. Dadurch wird es eng, und Fahrzeuge, die dem Radler entgegenkommen, müssen gefährlich nah an ihnen vorbeimanövrieren. Die Autofahrer ärgern sich, wenn sie anhalten müssen für den langsamen Radler, der ihnen von Norden her entgegenrollt. Die Einbahnstraße in Rödelheim ist nur exemplarisch. Zugeparkte Straßen, Wege und sogar Kreuzungen, die dadurch zur Gefahrenstelle werden, gibt es in der Stadt oft. Klar, die Parkplätze sind überall knapp. Aber das rücksichtslose Zuparken verwandelt selbst sorgfältig geplante Abschnitte in gefährliches Terrain.

          Alltagsuntauglich: Radstreifen auf der Schumannstraße im Westend

          An Sonn- und Feiertagen ist es beinahe ungefährlich, den vorbildlich markierten Schutzstreifen für Radfahrer an der Einmündung zur Schumannstraße zu nutzen. Denn am Wochenende sind wenige Autos auf der stadtauswärts führenden Friedrich-Ebert-Anlage – vis-à-vis dem Haupteingang zur Frankfurter Messe – unterwegs. Nach rechts in die Schumannstraße einfahrende Autofahrer haben nur an solchen Tagen überhaupt die Chance, die entgegenkommenden Radler wahrzunehmen und zu erkennen, dass sie beim Abbiegen einen sehr eingeschränkten Radius haben. Im Alltag geht es dagegen regelmäßig hitzig zu.

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