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Frankfurter Dialekt im Rathaus : Lebendisches Kulturgut

Auch ein fester Teil der Frankfurter Lebensart: der Bembel Bild: Lukas Kreibig

Die Babbel-Koalition im Frankfurter Römer will, dass die Stadt den Frankfodder Dialekt fördert. Eine gewisse Glaubwürdigkeit verleiht dem Antrag, dass er komplett auf Frankfurterisch verfasst wurde.

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          So ganz sicher sind wir uns nicht, ob dieses Schriftstück der Hessischen Gemeindeordnung entspricht. Denn so ein hochoffiziöser Antrag an die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung muss doch eigentlich in ordentlich standardisiertem Deutsch verfasst sein. Andererseits: An dem ganzen Denglisch-Firlefanz von Infopoint bis Best-Practice stört sich ja auch keiner. Womit wir beim Thema sind: Solch herrliche Ausdrücke wie „Ferlefanz“ und „Fissemadennde“ müssen am Leben gehalten – sprich – gesprochen werden. Davon zeigen sich auch die Koalitionsfraktionen im Römer überzeugt und haben deshalb jetzt einen Antrag zur Förderung des „Frankfodderischen“ formuliert.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eine gewisse Glaubwürdigkeit verleiht dem Antrag, dass er komplett auf Frankfurterisch geschrieben wurde. Die Babbelkoalition aus CDU, SPD und Grünen fordert den Magistrat auf, zusammen mit der Volkshochschule, dem Institut für Stadtgeschichte, dem Institut für deutsche Literatur und Didaktik der Goethe-Universität und dem Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas der Philipps-Universität in Marburg „druff hizuwerke, dass des Bildungsaaagebot fer die kulturgeschichtlich Entwicklung vom Frankfodder Dialekt, aach hinsichtlich von de politische Facette, unn zur sprachlichen Praxis uff ,Frankfodderisch’ erweiderd werd“.

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