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Frankfurter Bürohochhaus : Taunusturm wird nicht gebaut

Luftschloss: Der Taunusturm (Mitte) sollte 160 Meter hoch werden. Bild: Simulation GKK

Die Pläne für das Bürohochhaus Taunusturm im Frankfurter Bankenviertel sind vorerst vom Tisch. Die Genehmigung soll ausgesetzt werden. Nun prüft der Hauptmieter den Büroturm im Palais Quartier.

          Die Pläne für das Bürohochhaus Taunusturm im Frankfurter Bankenviertel sind vorerst vom Tisch. Nachdem der Bauherr des 160 Meter hohen Turms, der Projektentwickler Tishman Speyer, schon vor etwa sechs Wochen einen Bauantrag eingereicht hatte, wird das Vorhaben nun doch bis auf weiteres nicht verwirklicht. Wie die Bauaufsicht auf Anfrage bestätigte, hat der Bauherr darum gebeten, das Genehmigungsverfahren auszusetzen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Tishman Speyer hatte das Gebäude gemeinsam mit der Commerz Real entwickelt und nach langem Zögern trotz einer verhältnismäßig niedrigen Vorvermietungsquote von 35 Prozent den Bauantrag eingereicht. Das Unternehmen, das in Frankfurt auch den Messe- und den Opernturm errichtet hat, war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Als Hauptmieter für den Taunusturm war lange die internationale Großkanzlei Clifford Chance gehandelt worden, die nun allerdings abgesprungen ist.

          Umzug in ein noch zu errichtendes Gebäude zu unsicher

          „Wir können bestätigen, dass wir Gespräche über einen Mietvertrag im Taunusturm geführt haben“, teilte Hans-Josef Schneider mit, der bei Clifford Chance geschäftsführender Partner für das Deutschlandgeschäft ist. „Allerdings haben diverse Verzögerungen dazu geführt, dass die Risiken eines fristgebundenen Umzugs Ende 2012 in ein bis dahin noch zu erstellendes Gebäude zu groß erscheinen. Das gilt insbesondere mit Blick auf unser bestehendes Mietverhältnis, das Ende 2012 ausläuft.“

          Alternative: das Palais Quartier.

          Die Anwaltskanzlei ist bislang Hauptmieter im Frankfurter Büro-Center an der Mainzer Landstraße, erwägt jedoch schon seit langem einen Umzug. Da der Eigentümer, ein Immobilienfonds der Investmentbank Goldman Sachs, den Mietvertrag nicht kurzfristig verlängern will, war Clifford Chance der Umzug in ein noch zu errichtendes Gebäude offenbar zu unsicher. Die Sozietät beschäftigt in Frankfurt etwa 600 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon Rechtsanwälte, aber auch Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Der Flächenbedarf wird auf 17.000 Quadratmeter geschätzt.

          Versteckter Zugang gilt als Schwachpunkt

          In der Immobilienbranche wird berichtet, dass Clifford Chance nun einen Umzug in ein hochwertiges Bestandsgebäude favorisiert; konkret ist von Verhandlungen mit dem Eigentümer des Palais Quartiers, der MAB Development Group, die Rede. Der zu dem Komplex an der Hauptwache gehörende Büroturm ist nur zu einem Drittel vorvermietet und steht seit der Fertigstellung des Projekts leer. Der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Clifford Chance bestätigte auf Anfrage, dass der Büroturm dem Unternehmen angeboten worden sei: „Wir prüfen das zurzeit.“

          In dem Büroturm im Palais Quartier stehen noch 22.000 Quadratmeter zur Verfügung. Als Schwachpunkt der Immobilie gilt der versteckte Zugang hinter dem nachgebauten Thurn-und-Taxis-Palais. Der Deutschland-Geschäftsführer von MAB Development, Michael Flesch, ließ ausrichten, es sei selbstverständlich, über Verhandlungen nicht zu sprechen, solange ein Vertrag nicht unterschrieben sei.

          Angebot an repräsentativen Büroflächen überschaubar

          Der Kreis der Unternehmen, die zurzeit in Frankfurt auf der Suche nach Mietflächen sind, ist klein. Unter anderen hatte der Projektentwickler Deutsche Immobilien Chancen versucht, Clifford Chance an sein Maintor-Projekt zu binden, das auf dem früheren Degussa-Gelände in der Innenstadt verwirklicht werden soll. Da die als „schwieriger Kunde“ geltende Kanzlei ihre Suche nun auf hochwertige Bestandsflächen fokussiert, kommen neue Projekte aber nicht mehr in Frage.

          Trotz des hohen Leerstands ist das Angebot an repräsentativen Büroflächen überschaubar. Immobilienmakler berichten von einer Verknappung im höchsten Segment. Im Opernturm stehen nur noch 14.000 Quadratmeter leer, im Tower 185, der Ende 2011 fertig wird, ist noch Platz. Zusammenhängende Flächen mit mehr als 15.000 Quadratmetern seien kaum noch verfügbar.

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