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Frankfurter Bahnhofsviertel : Mit Pfefferspray gegen die Helfer

Stimmungswandel: Das Klima im Bahnhofsviertel ist rauher geworden. Bild: Maximilian von Lachner

Die Lage im Bahnhofsviertel hat sich zwischen Partyvolk, Anwohnern, Drogenabhängigen und Obdachlosen verschärft. Die Menschen sind aggressiver als zuvor. Was ist da passiert?

          4 Min.

          Nachtschicht der Drogenhilfe im Frankfurter Bahnhofsviertel. Ein weißer Golf rollt an eine Mitarbeiterin heran; ein Insasse besprüht die Sozialarbeiterin mit Pfefferspray. Später am Abend, ein paar Straßen weiter. Ein Mann muss nach einer Drogenüberdosis beatmet werden, liegt auf dem Boden, bei ihm sind Ersthelfer. Ein Gastronom in der Nachbarschaft stellt die Sprinkleranlage an, der Bewusstlose und die Helfer werden durchnässt. Vielleicht hat er den Notfall nicht mitbekommen, wollte nur die Menschen von seinem Haus vertreiben. In einer anderen Straße ist kurz darauf ein Freier unterwegs und pöbelt eine Klientin der Drogenhilfe an. Er leuchtet sie immer wieder mit einer Taschenlampe an und will Sex.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Stimmung im Bahnhofsviertel hat sich verändert. Das Klima ist rauher geworden zwischen Partyvolk, Anwohnern, Drogenabhängigen und Obdachlosen. In der Luft liegt Aggressivität wie ein Flirren. Drogen werden wieder mehr öffentlich konsumiert. Die Straßen sind oft dreckig, Müll und Fäkalien liegen herum. Das stört viele Anwohner und hat Vertreter der Stadt auf den Plan gerufen, die nun stärkere Repression durch die Polizei fordern. Doch dem grundsätzlichen Problem kommt man damit nicht bei.

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