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Corona-Vorschriften : Frankfurter Bäder bereiten sich auf Öffnung vor

Noch immer ist die Frage nach einem passenden Hygienekonzept bei öffentlichen Bädern nicht geklärt. Bild: Cornelia Sick

Seit zwei Monaten auf Stand-by: Die 14 Schwimmstätten in Frankfurt arbeiten an einem passenden Hygienekonzept, um wieder öffnen zu können. Für Sportvereine könnte es schon bald grünes Licht geben.

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          Gaststätten öffnen, Parks und Trainingsplätze füllen sich wieder mit Menschen. Freunde des öffentlichen Badens müssen sich allerdings weiterhin gedulden, denn die Betriebe bleiben vorerst geschlossen. Noch immer ist die Frage nach einem passenden Hygienekonzept nicht geklärt, doch es wird intensiv daran gearbeitet, wie Boris Zielinski beteuert. Der Geschäftsführer der Bäderbetriebe ist verantwortlich für 14 Schwimmstätten der Stadt, die seit fast zwei Monaten für Besucher geschlossen sind. „Wir haben die Verordnungen ab dem 17. März direkt umgesetzt, die Pausentaste gedrückt und sind seitdem sozusagen auf Stand-by“, sagt Zielinski. Das bedeute beispielsweise, dass in den Hallenbädern die Becken nach wie vor mit Wasser gefüllt seien. So solle sichergestellt werden, dass im Fall weiterer Lockerungen die Betriebe innerhalb weniger Tage wieder öffnen könnten.

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Anders sei die Situation bei den Freibädern. „Wir stehen durch die Schließungen vor einer schwierigen Saison. Diese beginnt in der Regel bereits Mitte Mai und ist wegen der Abhängigkeit vom Wetter ohnehin schwer kalkulierbar“, sagt Zielinski. Dennoch befinde man sich derzeit in einer Vorbereitungsphase. „Das gilt zum Beispiel für das Freibad in Hausen, das über ein beheiztes Becken verfügt. Auch da könnten wir innerhalb von wenigen Tagen bereit sein für eine Wiedereröffnung.“ Das gelte auch für andere Freibäder. Während der Schließung habe man in Abstimmung mit dem Sportdezernat unterschiedliche Hygienekonzepte für Hallen- und Freibäder entwickelt. Sie regelten etwa den Einlass und das Verhalten in den Becken.

          Es werde zum Beispiel Markierungen zur Einhaltung des Abstands, einen Spuckschutz für die Mitarbeiter an der Kasse und Begrenzungen für die Besucherzahl geben. „Das beliebte Brentanobad fasst an einem schönen Sommertag rund 10.000 Besucher“, sagt Zielinski. „Da müssen wir realistisch bleiben. Solche Zahlen wird es aus Sicherheitsgründen nicht geben.“ Im Vordergrund stehe die Sicherheit der Gäste.

          Denkbar sei, die Bäder schon im Mai zunächst für Sportvereine zu öffnen. So könne man mit einer übersichtlichen Zahl an Besuchern die Wirksamkeit der Schutzvorkehrungen testen. Die derzeitigen Corona-Bestimmungen seien noch bis zum 6.Juni gültig. Bis dahin werde die Politik über die Zukunft der Bäder entscheiden. Zielinski bleibt zuversichtlich. Die Schwimmbäder seien wichtige Orte der Gesundheit und Erholung: „Wir setzen gerade alles daran, um zu zeigen, dass wir unter den Umständen und den Restriktionen durchaus in der Lage sind, die Bäder und vor allem die Freibäder den Menschen wieder zurückzugeben.“

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