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Frankfurt : Zentralrat der Juden wählt neuen Präsidenten

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Bisher Vize und von Sonntag an vermutlich Präsident des Zentralrats der Juden: Josef Schuster Bild: dpa

Jahrelang führte Dieter Graumann den Zentralrat der Juden in Deutschland. Am Sonntag nun wählt der Rat einen neuen Präsidenten. Der Würzburger Arzt und bisherige Vizepräsident Josef Schuster wird es vermutlich werden.

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          Der Zentralrat der Juden in Deutschland wählt am Sonntag (30.11.) in Frankfurt einen neuen Präsidenten. Einziger Kandidat für die Nachfolge von Dieter Graumann ist der Würzburger Arzt Josef Schuster. Schuster ist seit vier Jahren Vizepräsident des Zentralrats.

          Der Internist ist auch Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Geboren wurde er 1954 in Israel, kurz darauf kehrten seine Eltern nach Deutschland zurück. Er gehört wie Graumann zur ersten Generation, die den Nationalsozialismus und den Massenmord an den europäischen Juden nicht mehr selbst erlebt haben.

          Dem 60-Jährigen sind insbesondere Offenheit und Pluralität im Judentum wichtig. „Das Idealbild einer jüdischen Gemeinde ist für mich die Gemeinde in Frankfurt“, sagte Schuster. Denn dort sei es möglich, dass in einem Haus „unter ein und dem selben Dach sowohl ein traditioneller Gottesdienst stattfindet und eine Etage tiefer ein liberaler Gottesdienst mit einer Rabbinerin.“ Ihm sei es daher ausgesprochen wichtig, diese verschiedenen Arten des jüdischen Glaubens aufrecht zu erhalten.

          Graumann hatte im Oktober überraschend erklärt, dass er nicht mehr für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht. In einem Brief an das Zentralratsdirektorium schrieb der 64-Jährige, das Ehrenamt habe außerordentlich viel Zeit und Kraft gefordert. In einem „Bild“-Interview bedauerte er kurz vor der Amtsübergabe, dass Antisemitismus wieder offener ausgelebt werde. Dem Zentralrat gehören mehr als 100 jüdische Gemeinden mit über 100.000 Mitgliedern an.

          Schuster will Graumanns Arbeit fortführen. Er habe es geschafft, die finanziellen Hilfen durch den Staatsvertrag zu verdoppeln, den Zentralrat personell umzubauen und „ganz stark daran gearbeitet, die Perspektive darauf zu lenken, dass Judentum nicht nur Trauer und Gedenken an den Holocaust bedeutet“, sagte Schuster der dpa.

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