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Geschlechterneutrale Sprache : Frankfurt will Teilnehmende

Für eine Gleichstellung: Mit einer gendersensiblen Sprache sollen sich alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen. Bild: dpa

Die Frankfurter Stadtverwaltung will durch die Verwendung von „geschlechtergerechter Sprache“ Klischees und Stereotype überwinden. Die Handreichung soll sich auch an die Öffentlichkeit richten.

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          Eine Anrede wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ sollte sich in Zukunft auf keinem Dokument der Frankfurter Stadtverwaltung mehr finden. Denn eine solche Formulierung widerspräche dem Ziel, „auf eine binäre Einteilung in Mann/Frau zu verzichten“. Das ist eine der Empfehlungen aus der Broschüre „Hilfreiche Tipps und gute Argumente für eine geschlechtergerechte Sprache“, die Frauendezernentin Rosemarie Heilig und Personaldezernent Stefan Majer (beide Die Grünen) jetzt vorgestellt haben. Die Handreichung, mit der man auf die veränderten gesellschaftlichen Realitäten reagiere, sei nicht nur für die Ämter und Einrichtungen der Stadt gedacht, sondern richte sich auch an die Öffentlichkeit.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Wie es in der Broschüre heißt, soll eine geschlechtersensible Sprache traditionelle Normen und Rollenbilder in Frage stellen und zur Überwindung von Klischees und Stereotypen beitragen. Frauen und Männer sollten sich gleichermaßen angesprochen fühlen, aber auch diejenigen sollten einbezogen werden, die sich nicht eindeutig einem biologischen oder sozialen Geschlecht zuordnen könnten oder wollten. Zu den „überholten Sprachgewohnheiten“, die geändert werden müssten, zähle das generische Maskulinum. Weil es Frauen und nichtbinäre Personen nur „mitmeine“, aber nicht eindeutig benenne, sei es für „eine der Sorgfalt und Genauigkeit verpflichtete Kommunikation nicht geeignet“.

          Einer der Tipps lautet deshalb, sogenannte Doppel-Kurzformen wie „Liebe Mitarbeiter*innen“, „liebe Mitarbeiter:innen“ oder liebe „Mitarbeiter_innen“ zu verwenden. Das Sternchen, der Doppelpunkt und der Unterstrich verwiesen auf die Vielfalt diverser Geschlechtsidentitäten: „Auch intergeschlechtliche, trans* und queere Personen fühlen sich hiervon angesprochen und repräsentiert.“ Beim Sprechen könnten die Zeichen durch ein kurzes Innehalten kenntlich gemacht werden.

          Die Broschüre gibt auch zu bedenken, dass solche Doppel-Kurzformen bei längeren Texten das Lesen erschwerten. Gegebenenfalls sei es daher ratsam, auf Personenbezeichnungen zu verzichten. Das sei zum Beispiel durch Passivformulierung möglich: An die Stelle von „Die Seminarteilnehmer bezahlen die Kurskosten aus eigener Tasche“ könne „Die Kurskosten müssen aus eigener Tasche bezahlt werden“ treten.

          Außerdem seien neutrale oder abstrakte Begriffe zu verwenden. Ohnehin schon gängig seien nominalisierte Partizipien wie „Mitarbeitende, Studierende, Teilnehmende“ oder die „Lehrkraft“ statt der „Lehrer und Lehrerinnen“. Als Anreden kämen abstrakte Begriffe wie „Team“, „Präsidentschaft“ oder „Leitung“ in Frage. Wenn im Schriftverkehr die geschlechtliche Identität des Adressaten nicht bekannt sei, könne „Sehr geehrte*r Name/Vorname“ geschrieben werden.

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