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Frankfurt : Weitere Wohnungen für Roma

Kein Lagerplatz mehr: Vor der Weißfrauenkirche wurde ein Bauzaun aufgestellt. Die Roma-Familien müssen gehen. Bild: Wolfgang Eilmes

Das Roma-Lager vor der Frankfurter Weißfrauenkirche löst sich wohl endgültig auf. Es sollen nun doch alle Mitglieder des Clans privat unterkommen.

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          Die Nacht zum Dienstag soll endgültig die letzte gewesen sein, in der die Roma vor der Weißfrauenkirche ihre Schlafstätte errichteten. Ein Teil von ihnen war, wie berichtet, schon am späten Montagnachmittag abgeholt worden, nachdem ihnen in Aussicht gestellt worden war, Wohnungen des Frankfurter Immobilienunternehmers Novak Petrovic zu beziehen (F.A.Z. vom 18. Oktober). Gestern teilte das Diakonische Werk mit, dass Petrovic das Angebot erweitert habe: Auch die anderen Roma, die sich geweigert hatten, in die B-Ebene der Hauptwache zu ziehen, wie es die Stadt für sie vorgesehen hatte, können nun in Wohnungen, die ihm gehören, unterkommen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Damit scheint der Streit um die Schlafstätte, die vor allem für Anwohner zum Ärgernis geworden war, beigelegt. Sowohl im Ordnungs- als auch im Sozialdezernat und in der Diakonie zeigten sich die Beteiligten erleichtert. Die Lage werde sich nun deutlich entspannen, sagten die Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) und die Geschäftsführerin der Diakonie. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU), der nicht nur an einer schnellen, sondern auch an einer nachhaltigen Lösung interessiert war, sagte, das Ziel, das Lager vor der Weißfrauenkirche aufzulösen, sei somit erreicht. Auch wenn das Angebot der Stadt, in der B-Ebene zu nächtigen, nicht genutzt worden sei. Mehr, als Angebote zu unterbreiten, könne die Stadt nicht. Nun sei es wichtig, dass sich auch kein neues Lager mehr bilde.

          Kein Geld von der Stadt für die Unterbringung

          Wie berichtet, hatten Roma-Familien über Monate an dem Gotteshaus genächtigt, das vom Diakonischen Werk als „Diakoniekirche“ genutzt wird. Am Montag mussten sie das Lager räumen. Unterstützung bekamen sie von Petrovic, der 15Personen Platz in seinen Häusern angeboten hatte. Er ist für die Stadt kein Unbekannter. Schon vor vier Jahren, als am Willy-Brandt-Platz noch das Occupy-Camp bestand, hatte sich der Geschäftsmann für Roma eingesetzt, die sich dort einquartiert hatten.

          Der Sprecherin des Sozialdezernats zufolge bekommt Petrovic für die Unterbringung der Roma-Familien kein Geld von der Stadt. Da die Menschen weder in Deutschland gearbeitet noch eine Wohnung gehabt hätten, hätten sie keinen Anspruch auf staatliche Hilfe. Allenfalls könne die Stadt ihnen für einige Nächte eine Notunterkunft bieten und die Rückreise finanziell unterstützen. Wie aus der Gruppe selbst zu hören ist, wollen sie aber weder das eine noch das andere.

          Gegen das Lager an der Weißfrauenkirche hatte es, wie berichtet, über einen längeren Zeitraum massive Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben. Zuletzt hatten Anwohner die Gruppe nachts mit Eiern beworfen. Ein Zustand, den die Diakonie verurteilte, wenngleich sie sich bemühte, die Sorgen der Anwohner ernst zu nehmen.

          Als Kompromiss hatten Frank und Birkenfeld schließlich die B-Ebene der Hauptwache zwei Wochen früher geöffnet als zur kalten Jahreszeit üblich. Birkenfelds Sprecherin sagte gestern, es gebe immer wieder Ängste, in der B-Ebene zu schlafen. Allerdings laufe die Übernachtung von Wohnungslosen dort „sehr geordnet“ ab, und es seien Sozialarbeiter und Sicherheitspersonal anwesend. Das Angebot steht den Roma-Familien weiter offen.

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