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Banden aus dem Ausland : Wie Frankfurt gegen den Betteltourismus vorgeht

Alltäglich: Bettler halten regelmäßig auf der Zeil die Hand auf, besonders aber in der Adventszeit Bild: Francois Klein

Frankfurt geht verstärkt gegen organisierte Bettelbanden auf der zentralen Einkaufsmeile Zeil vor. Gerade zur Adventszeit werden neue Gruppen erwartet.

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          An diesem kalten Morgen sitzt der Mann auf einem Stück Pappe und bettelt um Geld, seine Beinstümpfe sind nur spärlich bedeckt. Zwanzig Meter weiter steht eine Frau, gekrümmt und auf einen Stock gestützt, sie hält die Hand auf und murmelt vor sich hin. Wiederum dreißig Meter weiter hockt eine Frau auf dem Boden, sie lehnt an einen Bauzaun und schläft. Es könnte auch an einem Montag sein oder an einem Mittwoch. Entscheidend ist, dass viele Menschen unterwegs sind, die mal zehn Cent geben, mal einen Euro.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Frankfurter Zeil ist längst nicht nur eine Einkaufsmeile, auf der sich Menschen zu den Stoßzeiten an den Läden vorbeidrängen. Gerade in der Vorweihnachtszeit halten sich so viele organisierte Bettelbanden dort auf wie sonst das ganze Jahr über nicht. Früher hatte das „strukturelle Betteln“, bei dem gezielt Menschen mit Behinderungen, scheinbar gebrechliche Alte oder auch Kinder eingesetzt werden, das ganze Jahr über Saison – bis die Stadt rigider dagegen vorging. Nun balle sich das Phänomen vor allem in der Weihnachtszeit, sagt der Frankfurter Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). „Wir rechnen damit, dass die Zahl derer, die versuchen, auf diese Weise an Geld zu kommen, in den nächsten Wochen drastisch zunimmt.“

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