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Frankfurt und die neue IAA : Gas geben im Kopf

Hängepartie: Ob die IAA in Frankfurt bleibt oder die Stadt verlässt, will der Auto-Verband VDA Ende Januar entscheiden Bild: dpa

Seit Jahrzehnten ist Frankfurt Gastgeber der IAA. Nun aber bewerben sich auch andere Städte um die neue Mobilitätsmesse. Frankfurt braucht an seiner politischen Spitze einen Kraftakt, um zum Zug zu kommen.

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          Steht es einem Rathauschef gut an, für seine Stadt als Standort für eine Messe von Weltrang wie die Autoschau IAA persönlich und mit Nachdruck zu werben? Die Antwort liegt auf der Hand. Sie lautet „Ja“. Insofern muss sich Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) über die Kritik an seinem Fernbleiben beim sogenannten Briefing des Verbands der Autobranche VDA zu der geplanten Nachfolgeschau der IAA nicht wundern. Zumal er einen Sinneswandel offenbart hat. Sprach er zur Eröffnung der Autoschau 2013 noch von Parallelen zwischen der Innovationskraft der Autobranche und dem „Drang der Frankfurter, vorne zu sein“, so profilierte er sich in diesem Jahr als Kritiker der Autoindustrie.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seine in jeder Hinsicht ungehaltene Rede hat der Lobbyverband noch in unguter Erinnerung, wie zu hören ist. Schon aus diesem Grund muss sich die politische Spitze nun ins Zeug legen, wenn sie die Nachfolgemesse der IAA in der Stadt haben will. Zumal die Konkurrenz namhaft ist und als sehr rührig gilt.

          Radwege, Schienennetz und P+R-Flächen

          Allerdings dürfte der künftige Standort der zu einer sogenannten Mobilitätsmesse gewandelten Autoschau nicht nur von der Präsenz eines Oberbürgermeisters abhängen. Die Stadt braucht ein schlüssiges Konzept. In dieser Hinsicht hat der Autohersteller-Verband klare Vorstellungen. Angesichts der Kritik am Automobil mit Diesel- oder Benzinmotor soll die Messe weit über das schon zuletzt gezeigte Maß hinaus die „Mobilität von morgen“ präsentieren. „Vernetzung der Verkehrsträger“ lautet ein Stichwort.

          In Frankfurt gibt es da einige Ansatzpunkte. Auch angesichts drohender Fahrverbote für Dieselfahrzeuge werden Spuren für Radfahrer, der Ausbau der Regionaltangente West und die Ausweisung von weiteren Park-and-ride-Flächen vorangebracht. Zu der Frage, was sonst noch möglich ist, wäre auch der Verkehrsdezernent gefragt, heißt es von Seiten des Verbands der Autobranche.

          Auch eine Strecke für autonomes und vernetztes Fahren soll es geben. Eine Piste am Stadtrand kommt für diesen Zweck nicht in Frage, denn der Verband will die Schau zur Stadt hin öffnen. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort könnte der Blick auf die nördliche Mainuferstraße fallen. Das für Kraftfahrzeuge derzeit gesperrte Teilstück liegt schließlich mitten in der Stadt gleich neben dem Verkehrsweg Fluss.

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