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Frankfurt und die Autoschau : Der Kampf um die IAA

„Make Love Not Cars“: Demonstrantin vor der Frankfurter Messe während der IAA 2019. Die medienwirksamen Proteste haben der Autolobby zugesetzt. Bild: AP

Die IAA ist die größte Messe in Frankfurt, sie ist ein Aushängeschild des Messeplatzes am Main. Eine Niederlage wäre es, im Wettbewerb um die Autoschau 2021 gegen eine andere Stadt zu verlieren.

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          Die Stadt Frankfurt sollte alles tun, was möglich ist, um die Internationale Automobil-Ausstellung zu halten. Sie ist die größte hiesige Messe, sie ist ein Aushängeschild des Messeplatzes, selbst die verunglückte Schau in diesem Jahr hat noch mehr Besucher angezogen als jede andere Ausstellung im Messekalender. Insofern war es richtig, dass sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit Vertretern des Verbands der Automobilindustrie getroffen hat; hoffentlich ist ein Neuanfang gelungen nach den für beide Seiten peinlichen Hakeleien um die Teilnahme des Stadtoberhaupts an der Eröffnungsfeier.

          Das Angebot der Messe Frankfurt, in die Organisation der IAA einzusteigen, die Schau zu einer thematisch breiter angelegten Mobilitätsmesse umzubauen und in die Innenstadt zu verlängern, ist durchdacht und zugleich das Maximum, das diese Gesellschaft anbieten kann.

          Solche Groß-Schauen noch zeitgemäß?

          Doch sollten sich die Frankfurter nichts vormachen. Die Automobilbranche ist durch eigene Fehler und das Kesseltreiben von Umweltbewegten dermaßen in Unruhe, dass noch keineswegs feststeht, ob es überhaupt eine abermalige Ausstellung geben wird. Sind solche Groß-Schauen noch zeitgemäß, oder gewinnt man Kunden nicht eher mit kleineren regionalen Veranstaltungen, zu denen man weniger weit reisen muss? Was hilft die Organisation einer großen Ausstellung, wenn doch wieder viele Hersteller nicht kommen. Muss man eine millionenteure Veranstaltung ausrichten, nur damit sich davor Leute mit zornigen Blicken aufbauen, die es nicht ertragen, dass nicht jeder ihren eigenen Lebensentwürfen folgt, und womöglich noch den Zugang behindern?

          Auf die Beantwortung all dieser Fragen können weder das Frankfurter Stadtoberhaupt noch die Messegesellschaft, deren Aufsichtsrat Feldmann vorsitzt, Einfluss nehmen. Erst wenn sich der Branchenverband entschieden haben sollte, 2021 doch wieder eine IAA auszurichten, kann die Mainmetropole ihr neues Konzept ins Spiel bringen.

          Eine Niederlage wäre es gleichwohl, gegen eine andere Stadt zu verlieren. Immerhin ist kein Messegelände besser geeignet als das Frankfurter, die Hallen drei und elf wurden praktisch für die IAA gebaut. Wenn der Oberbürgermeister gelernt hat, dass er nicht nur sein linkes Publikum bedienen darf, sondern auch oberster Wirtschaftsförderer der Stadt ist, dann war das gestrige Treffen jedenfalls nicht ohne Wert.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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