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Frankfurt : Umfassende Hilfe für Schwerkranke

Spezielle Versorgung: In einer Palliativstation werden schwerstkranke Menschen ganzheitlich betreut. Bild: dpa

Vor 20 Jahren erhielt die Palliativmedizin in der Stadt einen wichtigen Schub. Es ist viel erreicht worden. Aber es gibt keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen.

          Wer über die Versorgung schwerstkranker Menschen in Frankfurt spricht, kommt an diesen vier Frauen nicht vorbei: Angelika Berg, Beate Blasius, Christiane Gog und Elke Jäger. Die Ärztinnen arbeiten in vier verschiedenen Kliniken, haben aber ein gemeinsames Ziel: Sie wollen die Lebensqualität von Patienten mit schweren Erkrankungen mit Hilfe von Palliativmedizin verbessern und ihnen so eine neue Perspektive geben.

          Stefan Toepfer

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vor 20 Jahren bekam dieser Zweig der Medizin in der Stadt einen wichtigen Schub. Damals wurden im Nordwest-Krankenhaus auf einer normalen Station die ersten palliativmedizinischen Plätze eingerichtet; mittlerweile gibt es dort zwei entsprechende Stationen mit insgesamt 22 Betten. Initiiert wurde dies von Elke Jäger, der Chefärztin der Klinik für Onkologie und Hämatologie.

          „Ummantelnde“ Medizin für Menschen

          Außerdem eröffnete damals das Evangelische Hospital für Palliative Medizin an der Rechneigrabenstraße, das mit seinen 20 Plätzen im Jahr 2009 als eigene Station ins ebenfalls evangelische Markus-Krankenhaus integriert wurde. Stationsleiterin dort ist Angelika Berg, die zuvor auch das Hospital geführt hatte.

          Beide Ärztinnen zeigen sich zufrieden mit der Entwicklung der Palliativmedizin. „Sie ist langsam in der Gesellschaft angekommen, wir haben viel erreichen können“, sagt Berg. Und Jäger fügt hinzu: „Die Palliativmedizin ist zu einem interdisziplinären, aktiven Teil der Medizin geworden.“ Beide wissen nur zu gut, dass der Begriff lange Zeit lediglich ein Synonym für Sterbebegleitung war. „Das hat Patienten und Ärzten Angst gemacht“, berichtet Jäger.

          Der Name leitet sich vom lateinischen „pallium“, zu Deutsch „Mantel“, her. Ein wichtiger Teil dieser „ummantelnden“ Medizin für Menschen mit einer unheilbaren Krankheit und einer begrenzten Lebenserwartung ist die Schmerzbehandlung. Zentral sind in dem ganzheitlichen Behandlungsansatz aber auch eine gute psychologische oder seelsorgerische Betreuung und unterstützende Therapien, zum Beispiel Bewegungstraining. Im Zentrum stehen die Bedürfnisse des Patienten, wie Jäger erläutert. „Wir haben viel von den Patienten gelernt.“

          Wichtig ist: Palliativstationen sind keine Hospize. „Die Stationen sind zwar auch für ein gutes Sterben zuständig“, sagt Berg. „Aber bei uns werden 60 bis 70 Prozent der Patienten wieder entlassen.“ Es sei an der Zeit, die Erfolge hervorzuheben. Auch im Nordwest-Krankenhaus kann mehr als die Hälfte der Patienten die Klinik wieder verlassen, wie Jäger sagt.

          Zehn Jahre Marienkrankenhaus

          Fast 80 Prozent sind es nach Angaben von Christiane Gog in der Palliativstation der Uni-Klinik, die es erst seit fünf Jahren gibt. „Sterbebegleitung ist nicht unsere Hauptaufgabe“, hebt sie hervor. Die im Universitären Centrum für Tumorerkrankungen angesiedelte Station hat bisher sieben Betten, 16 sollen es im Jahr 2019 werden. Dann soll es nach umfangreichen Bauarbeiten auch mehr Platz für die Station geben.

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