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Krisentreffen in Frankfurt : Termin für Neuwahl von Awo-Präsidium steht

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Die Zentrale des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt Bild: dpa

Von funktionierenden „Selbstreinigungskräften“ war die Rede nach der Kreiskonferenz der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt. Doch neue Personalentscheidungen wurden vertagt.

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          Im Zuge des Skandals um die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Frankfurt am Main und Wiesbaden soll es zu einem personellen Neuanfang kommen. Vertreter der 34 Ortsverbände der Awo Frankfurt hätten bei einem nichtöffentlichen Treffen am Samstagnachmittag einen zeitlichen Fahrplan für die Neuwahl des Präsidiums vereinbart, sagte Klemens Mielke, der Vorsitzende des Ortsverbands Frankfurt-Nied. Das ehrenamtliche Präsidium, dessen Aufgabe die Kontrolle des Vorstands ist, und der langjährige Geschäftsführer des Kreisverbandes waren im Zuge staatsanwaltlicher Ermittlungen zurückgetreten.

          „Die Versammlung ist sehr positiv verlaufen, es gibt erste Schritte in die Zukunft“, bilanzierte Mielke nach der Versammlung der rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Ortsverbänden. Der eigens zur Versammlung angereiste Awo-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler habe „deutliche Worte“ für den Zustand des Kreisverbandes gefunden, der im Verdacht der Begünstigung und der Untreue steht, sagte Mielke.

          Stadler selbst versuchte auch, Aufbruchsstimmung zu verbreiten. Nach der Kreiskonferenz sagte er, die „Selbstreinigungskräfte“ funktionierten. „Ich bin zum ersten Mal richtig optimistisch, dass die Frankfurter Awo eine Chance hat.“ Er betonte aber mit Blick auf die Arbeit in den Awo-Einrichtungen: „Das Tagesgeschäft muss weiter laufen.“

          Neuwahlen im Februar

          Bei der Versammlung wurde noch nicht über ein neues Präsidium entschieden. Bereits vor dem Treffen hatte ein Sprecher des Kreisverbands angekündigt, dass „auf mehrfachen Wunsch aus der Mitgliedschaft und den Ortsvereinen“ die angesetzte Neuwahl des Präsidiums voraussichtlich auf einem späteren Zeitpunkt verschoben werde.

          Dass die Wahl erst im Februar stattfinde, habe auch formalrechtliche Gründe, wie Sitzungsleiterin Sylvia Schenk sagte. In vier Wochen soll es nun auf einer weiteren Kreiskonferenz die Wahl eines neuen Präsidiums geben, erste Kandidaten hätten sich bereits gemeldet. Das bisherige Präsidium stellte seine Ämter im Dezember zur Verfügung.

          Die turnusgemäße Versammlung am Samstag fiel in eine turbulente Woche: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hatte am Dienstag nach immer neuen Enthüllungen weitere Ermittlungen aufgenommen. Dabei geht es um Vorwürfe der Vetternwirtschaft und Bereicherung gegen führende Mitarbeiter der beiden Kreisverbände sowie des Bezirks Hessen-Süd. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten Privatwohnungen und Geschäftsräume in Frankfurt, Wiesbaden, Berlin, Bad Schwalbach und Schöneck. Hinzu kommen Medienberichte über ungewöhnlich hohe Gehälter und Luxus-Dienstwagen, die auch eine Prüfung durch den Awo-Bundesverband auslösten.

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