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Vater empört : Nur mittags sprudelt das Nass

Wasser marsch: In den Sommerferien sollen die Düsen auch im Waldspielpark Scheerwald länger sprühen. Bild: Rainer Wohlfahrt

Die Stadt Frankfurt spart an den Betriebszeiten der Wasserspiele in den Parks. Ein Vater läuft dagegen Sturm. Wie es scheint, mit Erfolg.

          Jens Jungmann aus Oberrad hat am vergangenen Freitag, als die Temperaturen schon auf mehr als 30 Grad gestiegen waren, von einem erfrischend feucht-fröhlichen Nachmittag im Wasserspielpark Scheerwald geträumt. Der Vater von vier kleinen Kindern hatte, wie er berichtet, „auf der Arbeit früher Schluss gemacht“, um mit Sack und Pack zum Waldspielplatz in den Stadtwald zu ziehen.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was er nicht wusste: Um Geld zu sparen, hat das Grünflächenamt vor einigen Monaten beschlossen, den Wasserhahn an der Anlage schon um 14.30 Uhr zuzudrehen. Am Wochenende sind die Wasserdüsen nur noch zwischen 11 und 18 Uhr in Betrieb.

          Das Planschbecken am Goetheturm, das nur wenige Meter vom Scheerwald entfernt liegt, ist nur noch an den Wochenenden in Betrieb. Und auch die Wasserspiele im Park Louisa in Sachsenhausen sind montags und dienstags nur von 11 bis 14.30 Uhr zu nutzen. Der Wasserspielplatz im Tannenwald an der Grenze zu Neu-Isenburg ist aus technischen Gründen sogar ganz geschlossen. Bei schönem Wetter behilft man sich dort mit Regnern. 2017 soll er nach einer Grundsanierung wieder eröffnet werden.

          Kantine richte sich ja auch nach dem Hunger

          „Können Sie mir bitte den Grund nennen, warum diese schönen Parks mit Steuergeldern betrieben werden, um sie dann bei Bedarf zu schließen?“, wollte Jungmann von der Stadt in einer E-Mail wissen.

          Die offizielle Auskunft des Grünflächenamts, aus Kostengründen die Betriebszeiten verkürzt zu haben, stellt den Vater nicht zufrieden. Er bleibt bei seiner Bitte, die Anlagen wenigstens von 14 bis 17 Uhr laufen zu lassen. In dieser Zeit sei es warm, und viele Familien wollten zu den Wasserspielen kommen. Er sei sich sicher, die Kantine des Grünflächenamts richte sich mit ihren Öffnungszeiten auch nach dem Hunger der Mitarbeiter.

          Amt lenkt ein

          Das Grünflächenamt bleibt davon nicht unbeeindruckt und kündigt für die Sommerferien längere Betriebszeiten an: Die Wasserspiele sollen vom 27. Juli an zwischen 12 und 18 Uhr sprudeln. „Das muss organisierbar sein, die Zeiten in den Ferien nach hinten zu verlegen“, sagt Amtsleiter Stephan Heldmann. Während der Schulzeit kämen viele Kindergartengruppen, da sei es nicht möglich, die Anlagen erst mittags anzuschalten.

          Heldmann selbst bedauert die eingeschränkten Betriebszeiten. „Die Anlagen sind immens wichtig “, sagt er, zumal in den nächsten Jahren immer mehr heiße Tage zu erwarten seien. Doch das Grünflächenamt müsse wie alle Ämter seinen Sparbeitrag leisten. Schlösse das Amt die Wasserspielplätze, könnte es Heldmann zufolge 60.000 Euro pro Anlage im Jahr sparen. „Doch das wollen wir nicht.“

          Personalkosten seien ausschlaggebend

          Acht Wasserspielplätze hat das Amt insgesamt zu betreuen. Fünf davon liegen im Stadtwald in Waldspielparks, die aus den sechziger Jahren stammen. Die Technik ist nach Angaben von Heldmann überall veraltet. Das gilt auch für den ältesten Wasserspielplatz in Frankfurt, ein Planschbecken im Lohrpark aus dem Jahr 1927. Äußerst beliebt ist auch das Sprühfeld im Günthersburgpark von 1985. Die einzige Anlage auf neuestem Stand befindet sich im Niddapark. Dort wurde 2013 für eine halbe Million Euro alles neu angelegt und kann jetzt elektronisch per Handy gesteuert werden.

          Die Personalkosten sind es, die bei den anderen Anlagen die Kosten in die Höhe treiben, sagt Heldmann, insbesondere dort, wo es Becken mit stehendem Wasser gibt. Das müsse stündlich überprüft, der Chlorgehalt eingestellt und im schlimmsten Fall das gesamte Wasser ausgetauscht werden. Einige Anlagen stellten sich automatisch aus, wenn das Wasser nicht mehr sauber genug ist.

          Die Stadt habe Badewasserqualität zu gewährleisten. Heldmann sagt, die Becken zu reinigen und neues Wasser einlaufen zu lassen dauere zwei Stunden; häufig lohne es sich nicht, am selben Tag die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. Ihm fehle auch geschultes Personal, das den Chlorgehalt feststellen könne.

          Für die Anlage im Scheerwald leistet das Grünflächenamt derzeit die Vorarbeiten, damit die Stadtverordneten bald der vollständigen Erneuerung der Anlagen zustimmen können. Mit ein bisschen Glück könnte im nächsten Sommer dort der Wasserspielplatz so funktionieren wie jener im Niddapark, wo die Düsen von 10 bis 18 Uhr laufen. Betriebsvoraussetzung für alle Anlagen ist, dass die Wettervorhersage Temperaturen von mindestens 22 Grad morgens um 10 Uhr erwarten lässt. Wenn es kälter sei, so Heldmann, lohne sich der gesamte Aufwand überhaupt nicht.

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