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Frankfurt : Sport auf Parkplätzen

Die Aufenthaltsqualität in der Bürostadt soll sich verbessern - mit Hilfe von Sportmöglichkeiten. Bild: Picture-Alliance

Die Standortinitiative Neues Niederrad hat ein Konzept für die Nutzung des Freiraums in der Frankfurter Bürostadt in Auftrag gegeben. Die Stadt soll es umsetzen.

          Wenn sich nach Feierabend die Hochhäuser leeren, wird es in der Bürostadt Niederrad schnell ruhig. Der Ort ist ganz auf die Arbeit am Schreibtisch ausgelegt, sich wohl fühlen und seine Freizeit verbringen muss man hier nicht. Das soll sich künftig ändern. Weil mit dem Wandel des Stadtteils 3000 Wohnungen für bis zu 6000 Bewohner gebaut werden, soll sich auch die Aufenthaltsqualität in dem Viertel verbessern. Zu diesem Zweck hat die Standortinitiative Neues Niederrad nun ein Stadtplanungsbüro mit einem Entwurf für die Aufwertung des Freiraums beauftragt.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eigentlich sind solche Pläne eher Aufgabe der Stadt und nicht einer privaten Interessensgruppe. Die Standortinitiative, der mehrere Grundstückseigentümer angehören, will den Wandel des Stadtteils aber begleiten und die Eigentümer anregen, einen Beitrag zu leisten. „Wir wünschen uns mehr Lebensqualität und einen Mittelpunkt, an dem sich die Menschen treffen“, sagt Detlef Franke, Geschäftsführer der Initiative.

          Rundweg für Spaziergänger und Jogger geplant

          In den beiden Bebauungsplänen für den Stadtteil gibt es bereits erste Ansätze zur Neugestaltung des öffentlichen Raums. So soll es beispielsweise eine neue Grünverbindung in Nord-Süd-Richtung geben, die den Stadtteil mit dem Stadtwald und dem Mainufer vernetzt. Das Büro Raumwerk hat diesen Vorschlag aufgegriffen, weiter vertieft und ein Freiraumkonzept für den südwestlichen Teil der Bürostadt entwickelt.

          Sonja Moers, geschäftsführende Gesellschafterin von Raumwerk, vergleicht die Bürostadt mit dem amerikanischen Leitbild des Städtebaus. Ihr schwebt ein „Campus Niederrad“ vor, auf dem nicht nur die öffentlichen, sondern auch die privaten Freiräume miteinander verbunden und zugänglich sind.

          Unter anderem will Moers einen Rundweg für Spaziergänger und Jogger um das Quartier anlegen, am Rand des Stadtwalds und der Kleingärten. „Wenn jeder nur fünf Meter abgibt, kommt man einmal ums Quartier herum“, meint Franke. Außerdem könnten die großen Parkplätze vor den Bürohäusern nach Feierabend als Sportflächen genutzt werden. Langfristig sollten die Stellplätze begrünt und aufgewertet werden. An der westlichen Lyoner Straße will das Büro Raumwerk die Bürgersteige zu breiten Promenaden umgestalten, die von Restaurants, Kiosken und Bänken gesäumt sind. Die südliche Lyoner Straße, auf der die Straßenbahn fährt, solle keine Barriere mehr sein, sondern mit Bäumen und Rasengleisen umgestaltet werden.

          Franke hält ein Verkehrskonzept für dringend nötig. Die neuen Bewohner und zusätzliche Arbeitsplätze brächten auch mehr Autoverkehr ins Quartier. Die Standortinitiative will das Freiraumkonzept jetzt mit Politikern, Bürgern und Unternehmen am Standort diskutieren. „Nur wenn alle mitmachen, wird die ehemalige Bürostadt zu einem vorzeigbaren, lebendigen Quartier“, sagt der Vorsitzende David Roitman. Franke erwartet, dass die Stadt das Freiraumkonzept „als Diskussionsgrundlage“ nimmt. Der Aufwand sei „machbar“. Er sagt: „Das ist keine Phantasie.“

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