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Frankfurt : „Keine konkrete Anschlagsgefahr“

Der Eiserne Steg: Hier soll es nicht wieder zu Belästigungen und Grapschereien kommen. Bild: dpa

Polizeipräsident Bereswill sieht Frankfurts Polizei für Silvester gut gerüstet. Er zieht außerdem eine positive Bilanz des Frankfurter Weihnachtsmarktes, der am Donnerstag zu Ende gegangen ist.

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          Als Konsequenz aus dem Terroranschlag in Berlin sollen in der Silvesternacht in Frankfurt mehr „Durchbruchsperren“ eingerichtet werden. Am Mainufer, aber auch in der Innenstadt, zum Beispiel auf der Zeil, sollen Betonblöcke oder quergestellte Polizeiwagen dabei helfen, einen Terrorakt wie in Berlin zu verhindern. Das kündigte Polizeipräsident Gerhard Bereswill gestern an. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die verschärften Vorkehrungen der vergangenen Tage die Gefahr eines Anschlags an den Feiertagen und zum Jahreswechsel so gering wie möglich halten.

          Helmut Schwan
          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Die abstrakte Bedrohungslage sei auch in Frankfurt nach wie vor sehr hoch, konkrete Hinweise auf ein geplantes Attentat gebe es aber derzeit nicht, sagte der Polizeipräsident. Man stehe seit den Ereignissen in Berlin am Montagabend im ständigen Kontakt mit anderen Sicherheitsbehörden. Bereswill zog eine positive Bilanz des Frankfurter Weihnachtsmarktes, der gestern Abend zu Ende gegangen ist. Die Zahl der Straftaten sei von 69 im vergangenen Jahr auf 60 gesunken, obwohl wesentlich mehr Besucher (rund 3,2 nach 2,6 Millionen) gekommen seien. Dies lasse sich auf die stärkere Präsenz der Polizei sowie die abschreckende Wirkung einer hocheffizienten Videoüberwachung zurückführen. 13 Tatverdächtige hätten vor allem dank dieser Technik beobachtet und festgenommen werden können. Viele Besucher hätten Beamte angesprochen und gesagt, sie fühlten sich dadurch sicherer.

          Eine Broschüre verweist auf das Selbstbestimmungsrecht der Frau

          Diese Überwachung wird am Silvesterabend auch am Eisernen Steg eingesetzt. Wie berichtet, richten Polizei und Ordnungsamt im Umfeld eine Sicherheitszone ein. Sie wird zwischen 21 und drei Uhr durch Bauzäune abgesperrt. Wer an diesem Platz ins neue Jahr feiern will, der kommt nur an bestimmten Kontrollstellen – an der Alten Brücke, der Untermainbrücke und am Eisernen Steg – auf das Gelände. Allerdings nur ohne Feuerwerksartikel. In diesem Gebiet sollen Schätzungen zufolge rund 30.000 Menschen „sicher und entspannt“ das alte Jahr ausklingen lassen können, wie Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) versprach. Im vergangenen Jahr waren rund 100.000 Menschen an die Ufer des Mains geströmt, um das Feuerwerk über der Hochhauskulisse zu erleben. Um sexuelle Übergriffe oder Attacken mit Feuerwerksraketen zu verhindern, werden rund 600 Beamte der Landespolizei eingesetzt. Dazu kommen noch mehr als hundert Kräfte der Stadt- und Bundespolizei sowie von privaten Sicherheitsdiensten.

          Laut Bereswill soll alles getan werden, um Vorfälle wie zum Jahreswechsel 2015/16 zu verhindern. Mehr als 60 Frauen hatten sexuelle Angriffe und Diebstähle angezeigt, die sich vorwiegend im Gedränge auf dem Eisernen Steg ereigneten. Nur wenige Verdächtige, viele von ihnen wurden als Nordafrikaner beschrieben, konnten allerdings ermittelt werden. Zum Präventionskonzept gehört diesmal ein Informationsblatt, das in mehreren Sprachen – darunter Arabisch und Persisch – auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der deutschen Gesellschaft und auf die Verschärfung des Sexualstrafrechts seit den Vorfällen vor einem Jahr hinweist (siehe Kasten). Verteilt wird auch ein kleines Faltblatt mit Tipps, wie man sich wehren kann und wie man möglichst schnell Hilfe bekommt. Unter anderen führt ein QR-Code auf den Twitter-Account der Frankfurter Polizei.

          „Frauen bestimmen, wer sie anfassen darf“

          Aus dem Informationsblatt, das die Stadt Frankfurt und die Polizei an Ausländer verteilen, die noch nicht lange in Deutschland leben: „Ein hohes Gut in Deutschland ist die Gleichberechtigung von Frauen und Männern! Frauen bestimmen in Deutschland ausnahmslos selbst, wer sie anfassen oder umarmen darf und was sie tun oder nicht tun wollen! Der Wille und das Wort der Frauen sind diesbezüglich bedingungslos zu akzeptieren! Wer gegen diesen Grundsatz und die in Deutschland geltenden Gesetze verstößt, wird nach dem rechtsstaatlichen System durch Polizei und Justiz konsequent verfolgt und juristisch bestraft!“ (lhe.)

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