https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frankfurt-radfahrverbot-am-opernplatz-irritiert-nicht-nur-radler-18133214.html

Krisengespräch zweier Ämter : Radfahrverbot auf dem Opernplatz irritiert nicht nur Radler

Bitte absteigen: Der Opernplatz ist derzeit nur zum Feiern da. Bild: Maximilian von Lachner

Für das Frankfurter Opernplatzfest hat das Ordnungsamt kurzerhand Verbotsschilder für Radfahrer aufstellen lassen. Das Mobilitätsdezernat zeigt sich überrascht: „Das ist nicht zeitgemäß.“

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          Die ersten Verbotsschilder, die das Radfahren auf dem Frankfurter Opernplatz untersagen und Radler dazu zwingen sollen, ihr Gefährt zu schieben, sind schon rund um Fronleichnam aufgestellt worden. Erst Tage später zeigte sich, dass diese vermutlich den Aufbau des Opernplatzfestes ankündigten. Schilder, da sind sich zahlreiche Radfahrer einig, die in der Vergangenheit auf dem Opernplatz nicht platziert wurden. Schließlich ist der Platz eine Hauptachse für den Radverkehr, wie der breite, rot markierte Radstreifen am Überweg von der Bockenheimer Landstraße zum Opernplatz zeigt. Täglich passieren diesen Übergang Hunderte von Radfahrern.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Wir sind auch überrascht über die Verbotsschilder“, teilte auf Anfrage Stefan Lüdecke mit, der im Verkehrsdezernat für den Radverkehr zuständig ist. Die Anweisung zum Aufstellen der Schilder stamme nicht aus dem Mobilitätsdezernat. Veranstalter beantragten ihre Feste beim zuständigen Servicecenter im Ordnungsamt.

          Vergleichbare Situationen an der Hauptwache

          Und dieses Servicecenter formuliere mit der Genehmigung auch die verkehrsrechtlichen Anordnungen, ohne die Zustimmung des Straßenverkehrsamtes einholen zu müssen. In der Vergangenheit, so ist Lüdecke zugetragen worden, habe es vergleichbare Situationen an der Hauptwache gegeben.

          Aus Sicht des Mobilitätsdezernats ist es „nicht mehr zeitgemäß“, den Opernplatz für Radfahrer zu sperren – und sei es auch nur für zwei Wochen. Es müsse ein Korridor für den Radverkehr eingerichtet oder mindestens eine Umgehungsroute ausgewiesen werden. Das Radfahrbüro werde nun Vorschläge erarbeiten, wie künftig bei Veranstaltungen auf dem Opernplatz und der Hauptwache verfahren werden solle. „Das ist so nicht in Ordnung“, meint Lüdecke, da müsse nachgearbeitet werden. Das Grünen-geführte Mobilitätsdezernat will nun Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) und ihre Mitarbeiter vom Ordnungsamt zum Krisengespräch einladen.

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