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Mehr Kriminalität : Polizei sieht „neue Brennpunkte“ im Bahnhofsviertel

Streifzug: Frankfurts Polizeichef Bereswill erkundigte sich schon öfter über die Zustände im Bahnhofsviertel Bild: Helmut Fricke

Müll, Exkremente, öffentlicher Konsum und nun auch noch illegale Prostitution: Anlieger des Frankfurter Bahnhofsviertels schlagen Alarm. Die Frankfurter Polizei setzt fortan mehr Beamte ein.

          2 Min.

          Noch vor einiger Zeit hat die Landespolizei die Situation im Frankfurter Bahnhofsviertel im Griff gehabt mit täglichen Kontrollen, größeren Razzien und Ermittlungen gegen sogenannte Hintermänner, die im Drogenhandel tätig sind. Die Ermittlungseinheit, die 2016 gegründet wurde, als die Zustände schon einmal unhaltbar waren, konnte durchaus Erfolge vorweisen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun aber stellt die Polizei fest, dass die Entwicklung im Viertel, wie sie mit Beginn der Corona-Zeit ihren Lauf nahm, auch sie überrascht hat. Am Montag führte Polizeipräsident Gerhard Bereswill Gespräche mit Gastronomen und Gewerbetreibenden. Mit dem Ergebnis, dass die Polizei nun ihr Sicherheitskonzept für das Viertel noch einmal verschärft. Es soll mehr Personal und mehr Kontrollen geben. Auch die Polizei nehme wieder zunehmend Beschwerden sowie Sorgen und Ängste der Anwohner, Geschäftstreibenden und Pendler über die Zustände im Bahnhofsviertel wahr, heißt es in einer Mitteilung. Darauf wolle man nun reagieren.

          Müll, Exkremente, öffentlicher Konsum von Drogen

          Die Liste der Missstände, die nun auch die Polizei öffentlich benennt, ist lang: Die Rede ist von Müll, Exkrementen, öffentlichem Konsum von Drogen und Alkohol gepaart mit rücksichtslosem Verhalten und dem Belagern der Gehwege durch große Gruppen Suchtkranker sowie aggressiven Bettlern. Die Bekämpfung dieser Missstände fallen in die Zuständigkeit der Stadt. Weiter heißt es in der Mitteilung, man habe jedoch auch „neue Kriminalitätsbrennpunkte festgestellt. So nehme die Straßenprostitution wieder zu. Es fielen „verstärkt größere Gruppen junger Männer im Gebiet um die Bahnhofsnordseite auf, die zusätzlich zum Verkauf von Drogen auch vorbeigehende Mädchen und Frauen belästigen und zunehmend aggressiv auftreten. Entsprechende Beschwerden, die an die Polizei herangetragen wurden, bestätigen diese Beobachtungen.“

          Die Polizei habe ihr „Engagement für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Bahnhofsgebiet beständig hochgehalten“, so ein Sprecher weiter. Die aktuelle Situation „macht es aber nun notwendig, den Kräfteansatz noch einmal zu erhöhen. Es darf nicht sein, dass sich Menschen in bestimmten Straßen nicht mehr sicher fühlen.“ Man werde es nicht zulassen, „dass sich diese negative Entwicklung fortsetzt“ und die Erfolge der vergangenen Jahre wieder zunichte gemacht würden, sagte Polizeipräsident Bereswill.

          Konkret werden deshalb „in einsatzrelevanten Zeiträumen“ mindestens zehn Polizeibeamte zusätzlich rund um den Hauptbahnhof eingesetzt. Dadurch sowie auch mit verstärkten Kontrollen soll das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt werden. Man erhoffe sich dadurch eine nachhaltige Verbesserung der Situation im Bahnhofsgebiet.

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