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Vorstoß von Frankfurts Polizei : Mit Videokamera gegen Drogenverkauf im Hinterhof

Überwacht: Im Frankfurter Allerheiligenviertel will die Polizei fest installierte Videokameras sehen Bild: Maria Klenner

Im Kampf gegen Drogenhandel im Allerheiligenviertel setzt die Frankfurter Polizei auf dauerhafte Videoüberwachung. Ein interner Bericht der Polizei rät zu einer fest installierten Kameraanlage.

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          Innerhalb der Koalition im Rathaus Römer bahnt sich eine weitere Diskussion um die Videoüberwachung in Frankfurt an. Auslöser ist ein Evaluationsbericht, den die Polizei jetzt für das Allerheiligenviertel vorgelegt hat, das seit Jahren ein Drogenumschlagplatz und ein Rückzugsort für Kriminelle ist. Derzeit gibt es dort eine mobile Kameraanlage, auf die sich die Fraktionen von CDU, SPD und Grüne vor etwa zwei Jahren geeinigt haben. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Polizei diese mobile Anlage gerne in eine fest installierte Anlage umwandeln würde. CDU und SPD befürworten den Vorschlag, die Grünen stehen dem Vorhaben eher kritisch gegenüber.

          Katharina Iskandar
          Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung.

          Als Gründe führen die Grünen vor allem an, dass die in dem Bericht aufgeführten Argumente „nicht schlüssig darlegen, warum eine fest installierte Kameraanlage mehr bringen soll als eine mobile“, sagte die Fraktionsvorsitzende und sicherheitspolitische Sprecherin Jessica Purkhardt auf Anfrage. Bisher habe die Videoüberwachung die Situation im Allerheiligenviertel kaum verbessert. „Was wir beobachten, ist lediglich eine Verdrängung.“ Deshalb sei es nicht sinnvoll, eine wesentlich teurere Kameraanlage dort aufzustellen, „deren Kosten von der Stadt, demzufolge vom Steuerzahler, getragen werden müssten, wenn auch eine von der Polizei selbst finanzierte Kamera zum Ziel führt“.

          Zahlen: Fehlanzeige

          Die Polizei äußerte sich zu den nun vorliegenden Ergebnissen nur zurückhaltend. Es handele sich um einen „turnusmäßigen Routinebericht“, sagte eine Sprecherin. Zahlen gab die Behörde nicht bekannt. Nach Informationen dieser Zeitung ist die Zahl der erfassten Delikte aber in etwa gleich geblieben; in einigen Bereichen ist sie leicht gesunken. So seien 2018 im Allerheiligenviertel 104 Delikte registriert worden. Im Jahr 2019 wurden bis Mai 42 Straftaten gezählt. Bei einfachem und schwerem Diebstahl sowie bei der Sachbeschädigung sind die Fallzahlen laut dem Bericht rückläufig. Allerdings lagen die erfassten Delikte auch zuvor „nur“ im eher niedrigen zwei- oder sogar einstelligen Bereich.

          Dafür sei beobachtet worden, dass auch sogenannte harte Drogen inzwischen vermehrt im Allerheiligenviertel verkauft würden. Brisant ist, dass die Kamera offenbar nicht an allen Tagen „technisch optimal funktioniert“ habe, wie es in dem Bericht weiter heißt. Auch deshalb will die Polizei die Überwachung mit einer stationären Anlage, die technisch verlässlicher ist. „Offenbar braucht die Stadt die Anlage an diesem Standort. Deshalb unterstützen wir das Anliegen der Polizei gern“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Ursula Busch dieser Zeitung. „Das geht vor allem auch aus Gesprächen mit den Anwohnern hervor.“

          „Sicherheitsgefühl der Bürger gestiegen“

          Ähnlich argumentiert der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christoph Schmitt. „Allein die Tatsache, dass das Sicherheitsgefühl der Bürger gestiegen ist, macht eine dauerhafte Kameraüberwachung dort unverzichtbar“, sagte er. Die Verdrängung in Hinterhöfe sieht er nicht als Problem. „Die Bürger haben ihre Ruhe.“

          Schmitt geht noch weiter. Er wirbt für Videoüberwachung auch an Fahrradabstellplätzen. „Fahrraddiebstahl ist ein Riesenproblem. Auch das wäre mit gezielt aufgestellten Kameras zu lösen.“

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