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Mehr Sicherheit : Bahnhöfe werden Waffenverbotszonen

  • -Aktualisiert am

Waffenverbotszone: Der Frankfurter Hauptbahnhof soll sicherer werden. Bild: Lucas Bäuml

Die Bundespolizei erklärt den Frankfurter Hauptbahnhof und die umliegenden S-Bahnhöfe zur Waffenverbotszone. Messer mit einer bestimmten Klingenlänge dürfen nicht mehr mitgeführt werden. Damit reagiert die Behörde auf jüngste Vorfälle.

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          Am Frankfurter Hauptbahnhof sowie an den S-Bahnhöfen geht die Bundespolizei künftig verstärkt gegen Waffenträger vor. Wie die zuständige Bundespolizeidirektion Koblenz mitteilte, wird zunächst für das Wochenende vom 3. bis einschließlich 5. Dezember ein Verbot erlassen, das das Mitführens von Schusswaffen, Hieb- und Schlagwaffen aller Art sowie Messern und spitzen Gegenständen mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern untersagt. Das Verbot gilt in den Abend- und Nachtstunden jeweils von 19 Uhr an bis drei Uhr des Folgetages. Ziel sei es, „die Sicherheit der Reisenden zu erhöhen“, wie ein Sprecher sagt.

          Neben dem gesamten Hauptbahnhof sind in Frankfurt die Stationen Konstablerwache und Hauptwache von diesem Verbot betroffen, außerdem alle S-Bahn- und U-Bahn-Linien zwischen diesen beiden zentralen Verkehrsknotenpunkten.
          Von dem Verbot ausgenommen sind Personen, die gefährliche Gegenstände zur Berufsausübung mitführen müssen, wie etwa Polizisten oder Handwerker. Normalerweise sei mit dem Besitz des kleinen Waffenscheins das Mitführen von Schreckschusspistolen oder Messern mit mehr als sechs Zentimetern Klingenlänge erlaubt, so der Sprecher.

          Hintergrund dieser Verordnung ist den Angaben zufolge die Zunahme von Straftaten mit derartigen Waffen an den Wochenenden an den genannten Bahnhöfen. So habe die Polizei etwa im Mai eine gefährliche Körperverletzung mit einem Messer am Hauptbahnhof verzeichnet. Im Oktober hatte ein Mann zudem an einem Gleis am Frankfurter Hauptbahnhof auf einen Reisenden eingestochen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung. Auch habe die Polizei vermehrt Menschen mit Schreckschusspistolen am Hauptbahnhof angetroffen.

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