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Oberbürgermeister-Kandidaten : Nouripour zieht den Bundestag dem Römer vor

Berlin oder Frankfurt? Omid Nouripour hat sich scheinbar entschieden. Bild: dpa

Die Grünen in Frankfurt rechnen sich gute Chance aus bei der nächsten Oberbürgermeisterwahl. Gesucht wird nun der richtige Kandidat oder Kandidatin. Einer tritt nicht an.

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          Vier Namen werden bisher aus dem Kreis der Frankfurter Grünen genannt, wenn es um die Frage nach dem geeigneten Kandidaten oder der geeigneten Kandidatin für die nächste Oberbürgermeisterwahl geht, den oder die die Partei-Basis am 19. November auf Empfehlung einer parteiinternen Findungskommission küren will. Nun ist ein Name aus diesem Kreis zu streichen: Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete und Sprecher der Bundespartei, Omid Nouripour, hat die Frankfurter Grünen wissen lassen, dass er in Berlin bleiben werde und nicht mehr als möglicher Kandidat für die im März stattfindende Oberbürgermeisterwahl zur Verfügung stehe. Weiter kommentieren wollte Nouripour, der als Teil der Doppelspitze der Grünen im Bund bis Herbst 2023 gewählt ist, seine Entscheidung am Dienstag nicht.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mitglieder der Partei hatten von dem Zeitpunkt an, als sich abzeichnete, dass die Koalition im Römer unter Führung der Grünen ein Abwahlverfahren gegen das SPD-Stadtoberhaupt Peter Feldmann initiieren würde, immer wieder darauf hingewiesen, dass Nouripour ein guter Kandidat sein könne. Zum einen sei er in der Stadt weithin bekannt. Zum anderen sie es ihm bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr als erstem Grünen-Politiker in Frankfurt gelungen, einen Wahlkreis direkt zu gewinnen. Das hatte nicht einmal der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer geschafft.

          Nouripour liege Frankfurt am Herzen

          Zugleich hieß es aber auch, der langjährige außenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag habe sicher anderes zu tun, als sich in der Kommunalpolitik in Frankfurt zu engagieren. Nouripour selbst hatte dagegen in der Vergangenheit immer deutlich gemacht, dass ihm Frankfurt am Herzen liege. So ist der Politiker, der mit 13 Jahren mit seinen Eltern aus Iran nach Frankfurt geflüchtet war, zum Beispiel Vorsitzender des Fanclubs von Eintracht Frankfurt im Deutschen Bundestag.

          Im Rennen der Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl ist weiter Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg, die von Samstag an kommissarisch die Geschäfte des Frankfurter Oberbürgermeisters wahrnehmen wird. Eskandari-Grünberg war bereits 2018 für die Wahl um den Posten des Stadtoberhaupts angetreten, kam jedoch mit einem Ergebnis von 9,3 Prozent der Stimmen nicht in die Stichwahl. Außer ihr wird auch Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner als mögliche Kandidatin genannt. Sie ist die erste Frau mit Migrationshintergrund, die dieses höchste politische Amt in der Stadt wahrnimmt.

          Bleibt noch Manuela Rottmann, die von manchen langjährigen Grünen-Mitgliedern ebenfalls als mögliche Kandidatin gesehen wird. Die promovierte Juristin und frühere Frankfurter Umweltdezernentin ist derzeit Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium. Sie stehe als Kandidatin zur Verfügung, sagt sie der F.A.Z. schon am Montag. „Ich hänge an Frankfurt und bin grundsätzlich offen, einen Beitrag zu leisten.“ Aus dem Kreis derer, die sie aus ihrer Frankfurter Zeit kennen, heißt es: „Rottmann bringt alle Voraussetzungen für dieses Amt mit.“

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