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Frankfurt nach Pokalsieg : Wo sich Banker und Ultras in den Armen liegen

Schwarz und weiß wie Schnee: Eintracht-Fans feiern sich und ihre Pokalsieger Bild: Wonge Bergmann

Dank des Pokal-Erfolgs ist das Verhältnis der Frankfurter zur Eintracht nun inniger denn je. Das führt auch unter den Bürgerinnen und Bürgern zu Gemeinsamkeiten, die früher undenkbar waren.

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          Diese Doppelpässe sind zukunftweisend. Gespielt wurden sie nicht nur auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions, wo der Eintracht am Samstag der fünfte Pokalsieg der Vereinsgeschichte glückte. Gespielt werden sie auch zwischen Stadt und Klub. Nie ist es um das Verhältnis zwischen der Eintracht und der Stadt besser bestellt gewesen als jetzt. Schon vergessen? Im Frühjahr 2004 durfte der damalige Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen in der Industrie- und Handelskammer bescheiden für die Eintracht werben und von der Strahlkraft des Fußballs erzählen. Es waren Zeiten, in denen es dem kurze Zeit später aus der Bundesliga abgestiegenen Klub schlecht ging. Heute strotzt die Eintracht vor Kraft und Selbstbewusstsein, weist sportlich und wirtschaftlich Rekordzahlen aus.

          Der jüngste Triumph, das famose 3:1 gegen die Bayern, die damit verbundene Qualifikation für die Europa League – das wird dazu beitragen, das ohnehin schon glänzende Verhältnis in einem noch besseren Licht erstrahlen zu lassen. „Die Eintracht ist Frankfurt, und Frankfurt ist Eintracht.“ Gesagt hat dies Peter Feldmann. Natürlich gehörte der Oberbürgermeister gemeinsam mit mehr als 1200 Gästen zu der großen Reisegruppe, die sich auf den Weg nach Berlin gemacht hatte, um bei der Rückkehr der Adler in der Hauptstadt nach dem verlorenen Finale im Vorjahr dabei zu sein.

          Bankchefs mit dabei

          Ein imposanter Abend am Westhafen zur Einstimmung auf das Finale führte all diejenigen zusammen, die es mit der Eintracht besonders innig halten. Führungskräfte aus der Wirtschaft wie die Bankchefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Wolfgang Kirsch (DZ-Bank) gehörten ebenso zu der ausgelassenen Feiergesellschaft wie etwa „Mister Commerzbank“ Klaus-Peter Müller, Lotto-Chef Heinz-Georg Sundermann, der langjährige Flughafenchef Wilhelm Bender und Feldmanns Vorgängerin Petra Roth.

          Spätestens in Berlin zeigte sich, dass die Eintracht en vogue und auf dem Höhepunkt ihrer bisherigen Beziehungen zu Politik und Wirtschaft angekommen ist. Früher blieb es dem Verein verwehrt, werthaltige Partnerschaften mit Banken und der Börse einzugehen. Heute rennen sie dem Klub geradezu das Haus ein. Aus den Vereinigten Staaten, der Heimat von Hauptsponsor Indeed, kamen etliche Vertreter nach Berlin, um Flagge zu zeigen, auch aus den Emiraten und Fernost suchten potente Partner die Nähe zu dem Klub.

          Dass der Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Sport für ein harmonisches Miteinander sorgt, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Eintracht hat dafür einiges tun müssen – sportlich, administrativ und atmosphärisch. Der noch bis Mitte 2020 laufende Vertrag mit der Stadt Frankfurt über die Mietbedingungen der Commerzbank-Arena wird weiterhin als Hemmnis gewertet. „Wir zahlen die höchste Miete in der Bundesliga“, betont Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann immer wieder. Annähernd zehn Millionen Euro sind bei einem Gesamtumsatz von gut 110 Millionen Euro eine Menge Geld.

          Dem Klub kommen da die Europa-Millionen mehr als gelegen. Im Verbund mit Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und dem Nachfolger von Pokalsieger-Trainer Niko Kovac, dem Österreicher Adi Hütter, wird die Eintracht ihre Investitionen in Steine und Beine verstärken. Zudem gibt es weiterhin den Plan, die Kapazität der Commerzbank-Arena von derzeit 51.500 auf 60.000 Plätze zu erhöhen.

          Im Erfolg vereint

          Auf nach Europa: Die Blicke der Eintracht und ihrer vielen alten und neuen Freunde aus Politik und Wirtschaft werden nach Monaco gerichtet sein, wo am 31. August die Gruppen für die Europa League ausgelost werden. Am 20. September findet das erste Spiel statt, und nicht nur dafür hat DFB-Präsident Reinhard Grindel einen Wunsch parat: „Vertreten Sie bitte den deutschen Fußball würdig.“

          Wer sollte daran zweifeln? Rund um die Eintracht läuft der Ball wie am Schnürchen. So ist etwa aus höchsten Vereinskreisen zu hören, dass sich bei den Pokalfeierlichkeiten am Brandenburger Tor der Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner und Eintracht-Ultras freudig in den Armen gelegen hätten. Früher undenkbar, ist das heute fast schon selbstverständlich. Der Fußball vereint. Im Erfolg und nach diesem magischen Pokalabend mehr denn je.

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