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Hochspannungsleitungen : Die unsichtbare Gefahr

Umstritten: Neben der A 5 verlaufen zwei Stromtrassen - dort, wo ein neuer Frankfurter Stadtteil entstehen soll Bild: Frank Röth

Dort, wo ein neuer Frankfurter Stadtteil entstehen soll, verlaufen zwei Stromtrassen. Ihre Magnetfelder könnten krebserregend sein. Die Stadt steht vor einem Problem.

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          Magnetfelder sind unsichtbar, und ob Hochspannungsleitungen krank machen, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Experten schließen allerdings nicht aus, dass starke Magnetfelder krebserregend sein könnten. Sicherheitshalber schreibt das Land Hessen deshalb vor, dass neue Wohngebiete einen Abstand von 400 Metern zu Leitungen mit 380 Kilovolt einhalten sollen. Das könnte die Pläne, im Frankfurter Nordwesten einen neuen Stadtteil zu entwickeln, zum Scheitern bringen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Denn auf den dafür vorgesehenen Feldern direkt neben der A5 verläuft eine solche Leitung. Wenn im Abstand von 400 Metern nicht gebaut werden darf, bliebe vom geplanten Neubaugebiet nicht mehr viel übrig. Allerdings rückt der nahe gelegene Stadtteil Riedberg bis auf 50 Meter an dieselbe Leitung heran. Und auch im Gallus und in Griesheim stehen Wohnhäuser innerhalb dieses Achtungsabstands.

          Ströme genaue messen

          Doch zu deren Bauzeit galt die neue 400-Meter-Regel noch nicht. Hunderte Wohnungen liegen deshalb schon heute zu nah an Hochspannungsleitungen. Das Frankfurter Planungsdezernat hält die Regel deshalb für „absurd“, wie ein Sprecher sagt. Konsequenterweise müsse man alle Menschen schützen, nicht nur die neu Hinzuziehenden.

          Die Stadt will die Ströme, die von den Hochspannungsleitungen ausgehen, deshalb genau messen und überprüfen, ob die Grenzwerte tatsächlich überschritten werden. In Gesprächen mit dem Regierungspräsidium soll dann geklärt werden, ob die 400-Meter-Regel „abwägungsfähig“ ist – oder nicht.

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