https://www.faz.net/-gzg-9y132

Unternehmer enttäuscht : Frankfurt lehnt Beteiligung an privaten Test-Containern ab

Nicht in Frankfurt: Corona-Container Bild: Hersteller Corona-Container

Der schwäbische Unternehmer Julius Pretterebner möchte in Frankfurt 100 Metallcontainer für Corona-Tests aufstellen. Dort sollen sich Bürger auf eigene Kosten testen lassen können. Doch nun winkt die Stadt ab.

          1 Min.

          Die Stadt Frankfurt wird sich nicht an einem Projekt beteiligen, in dem 100 Metallcontainer für private Tests auf das Corona-Virus im Stadtgebiet aufgestellt werden sollten. In einer kurzen Nachricht an den schwäbischen Unternehmer Julius Pretterebner, der den Plan vorgestellt hatte, heißt es: „Die Stadt Frankfurt am Main wird zunächst einen anderen Weg einschlagen.“ Ein zuvor vereinbarter Termin mit Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) sowie Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) fand daher nicht statt.

          F.A.Z.-Newsletter „Coronavirus“

          Die ganze Welt spricht über das Coronavirus. Alle Nachrichten und Analysen über die Ausbreitung und Bekämpfung der Pandemie täglich in Ihrem E-Mail-Postfach.

          Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf Nachfrage der F.A.Z. sagte Becker, die in Frankfurt vorhandene Infrastruktur sei „so nutzbar, dass wir nicht derart flächendeckend auf mobile Lösungen wie Testcontainer setzen wollen“. Als Beispiel für Testräume nannte der Bürgermeister die wegen der Pandemie leerstehenden Bürgerhäuser. Gesundheitsdezernent Majer wies darauf hin, dass der Unternehmer keine belastbaren Zahlen und Zusagen geliefert habe. Daher werde die Stadt nicht mit ihm zusammenarbeiten.

          Pretterebner zeigte sich enttäuscht über die Absage der Stadt. Die Resonanz auf sein Projekt sei bei vielen Unternehmen überaus positiv gewesen, äußerte er. „Es gab eine Riesenwelle der Hilfsbereitschaft.“ Die Entscheidung der Kommune sei „absolut nicht nachvollziehbar“. Er werde sein Projekt anderswo anbieten.

          Der Plan des Siebenundfünfzigjährigen sah vor, 100 mobile „Screening Units“ aufzustellen. In diesen Containern, die nach seinen Angaben medizinische und hygienische Standards erfüllen, sollten sich Bürger auf eigene Kosten für etwa 50 Euro auf das Coronavirus testen lassen können.

          Die Container sollten dezentral und ohne Kontakt zu schützenswerten Einrichtungen wie Kliniken nutzbar sein. Weil in jedem Container täglich etwa 1500 Tests gemacht werden könnten, seien in Frankfurt somit 150.000 Corona-Tests am Tag zusätzlich möglich.

          Die Kassenärztliche Vereinigung tut sich derzeit schwer damit, Standorte für Testzentren zu finden. Zuletzt ist die Zahl der Center nach nach ihren Angaben in Hessen sogar von 16 auf 15 zurückgegangen. Mancherorts formiert sich Widerstand von Bürgermeistern und Bürgern.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Christian Sewing und Martin Zielke (rechts)

          Nach Zielkes Rücktritt : Sewing, übernehmen Sie!

          Es darf bezweifelt werden, dass die Commerzbank den Weg aus ihrer schwersten Krise alleine findet. Und so dürfte es mit Blick auf den Chef der Deutschen Bank bald heißen: Herr Sewing, übernehmen Sie.

          Corona in Arizona : Wer Maske trägt, macht sich verdächtig

          Der Lockdown ist in Arizona schon lange her. Abertausende Touristen genossen die Freiheit im Südwesten. Jetzt ist der Staat Corona-Hotspot – und politischer Streit erschwert die Rettung.

          Corona-Medikament für Europäer : Eine Zwangslizenz für Remdesivir?

          Die EU hat das erste Medikament gegen Covid-19 zugelassen – doch vorerst liefert der Hersteller Gilead nur nach Amerika. In Brüssel wird Druck aufgebaut: Notfalls könne man Remdesivir auch gegen den Willen von Gilead für Europa herstellen lassen.
          In seinen seltenen Interviews gab sich der ehemalige Wirecard-Chef analytisch und sachorientiert.

          Wirecard-Skandal : Der Unsichtbarmacher

          Markus Braun war Mr. Wirecard und der reichste Dax-Chef. Nun ist er in einen beispiellosen Bilanzskandal verstrickt. Irgendwo zwischen der Utopie unsichtbaren Geldes und der Wirklichkeit unregelmäßiger Zahlen hat er sich verzettelt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.