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Heiligabend : Kreatives Christfest

Trotz der Distanzvorschriften kann eine besondere Nähe während dieses Weihnachtsfests entstehen. Bild: dpa

An Weihnachten treffen sich Katholiken und Protestanten diesmal auf der Straße, im Netz – und mit Abstand und Maske in den Kirchen. Im Internet können die Gläubigen herausfinden, was in ihrer Pfarrei geplant ist und sich anmelden.

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          Im Augenblick weiß niemand, was an Weihnachten sein wird, noch nicht einmal die beiden obersten Pfarrer der Stadt. „Wir fliegen auf Sicht“, sagt der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz am Freitag. Auch sein evangelischer Kollege verweist auf die aktuelle Debatte über einen härteren Lockdown schon vor den Feiertagen. Er wolle, sagt Stadtdekan Achim Knecht, deshalb „noch einmal betonen: Es geht uns nicht um das Recht, Gottesdienst zu feiern.“ Zugleich könnten Gottesdienste neue Kraft geben und Hoffnung vermitteln.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Daher erwartet die Frankfurter in zu Eltz’ Worten auch diese Weihnachten ein „reichhaltiges Angebot“ – wenn Gottesdienste im öffentlichen Raum möglich sind. Dazu stellten die Stadtdekane in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster die Internetseite www.frankfurt-feiert-weihnachten.de vor. Dort finden sich, nach Stadtteilen geordnet, die zurzeit geplanten Gottesdienste. Gläubige können sich dort auch direkt anmelden, was derzeit Pflicht ist. Knecht spricht von „enormer Kreativität“ der Gemeinden: Diesmal gebe es Weihnachten im Park, auf der Straße, auf Schulhöfen und Sportplätzen.

          Singen nur draußen und auf Abstand

          Wer auf der Seite zum Beispiel „Bockenheim“ anklickt, findet drei evangelische Open-Air-Gottesdienste mit Krippenspiel auf dem Kirchplatz. Die katholische Pfarrei St. Franziskus lädt zu Weihnachtsspaziergängen durch Frankfurter Berg, Eckenheim, Dornbusch, Preungesheim, Eschersheim und Ginnheim ein. Die evangelische Lydiagemeinde geht auf „Wanderschaft“ in Praunheim und Hausen. Unter „Innenstadt“ finden sich mehr als 30 Andachten, Krippenfeiern und Christmetten der Kirchen der Dompfarrei. Immer gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht, und singen dürfen die Christen nur im Freien, wenn drei Meter Abstand zwischen den Sängern möglich ist. Aber auch in diesem Jahr sollen Musiker in den Gottesdiensten spielen.

          Im Dom gibt es zwei Christmetten. Normalerweise, berichtet zu Eltz, passen in St. Bartholomäus 1000 Gläubige. Jetzt dürfen nur 137 hinein – dafür wären rechnerisch also acht Christmetten nötig. Aber der Stadtdekan vermutet, dass viele an Heiligabend zu Hause bleiben wollen. Auch dafür finden sich Angebote auf der Internetseite, etwa ein evangelischer Zoom-Gottesdienst aus der Maria-Magdalena-Gemeinde in Sachsenhausen. Schon im Oktober haben Gemeinden Krippenspiele auf Video aufgezeichnet. Für alle, die „online nicht unterwegs sind“, soll es gedruckte Gottesdienst-Angebote geben.

          Auch wenn das Recht auf Gottesdienstbesuch ein „Kernrecht der Religionsfreiheit“ sei, wollen die Kirchen ihren Beitrag zur wachsenden Vorsicht in der Pandemie leisten. Beide Stadtdekane hätten sich schon auf den Gottesdienst am Bornheimer Hang mit 600 Besuchern gefreut, erzählt zu Eltz: „Heiligabend um 16.30 Uhr im Stadion.“ Trotz des guten Sicherheitskonzepts könnten sie diese Feier nun aber nicht mehr verantworten.

          Die Internetseite, auf der sich auch muttersprachliche Gottesdienste finden, wird bis Heiligabend ständig aktualisiert. Es ist also sinnvoll, sich kurz vorher zu vergewissern, dass der erhoffte Gottesdienst stattfindet. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass Gemeinden bei beliebten Veranstaltungen losen müssen. Ausgebucht sind nach Auskunft der Stadtdekane aber nur wenige Gottesdienste, etwa die Christvesper in der Paulskirche.

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