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Frankfurt : Kampf dem Elterntaxi

  • -Aktualisiert am

Montag früh vor der Liesel-Oestreicher-Schule: Eine Mutter hat ihr Auto auf einem Behindertenparkplatz abgestellt. Sie meint, das sei in Ordnung. Schließlich bringe sie ihr Kind zur Schule. Bild: Wonge Bergmann

Täglich das gleiche Bild um kurz vor acht: Eltern chauffieren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Das Frankfurter Verkehrsdezernat wirbt nun dafür, dass Kinder eigenständig zum Unterricht gehen.

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          Mit dem Auto zur Schule? Per Hubschrauber ist doch noch viel bequemer. Der Vater landet, reicht seinem Sohn den Ranzen und hebt wieder ab. Am Himmel warten noch vier andere Helikopter auf einen Landeplatz auf dem Schulhof. Es ist schließlich schon kurz vor acht.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Ganz so weit, wie es der kurze Film des Verkehrsdezernats zeigt, treiben es die Eltern, die ihre Kinder tagtäglich zum Unterricht chauffieren und wieder abholen, zwar noch nicht. „Aber an einigen Schulen wird es morgens richtig eng“, sagt Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen). Manche Mütter und Väter kümmerten sich vor dem Schulgelände weder um Halteverbote noch um Feuerwehrzufahrten. Immer wieder geschähen unter Beteiligung von „Elterntaxis“ kleinere und größere Unfälle, sagt der Dezernent.

          Verstärkte Kontrollen in den kommenden Wochen

          Montag früh vor der Liesel-Oestreicher-Schule ging es vergleichsweise ruhig zu. Denn dort und an einigen anderen Grundschulen haben zum Schuljahresbeginn Verkehrspolizisten Stellung bezogen. In den nächsten Wochen werden sie verstärkt kontrollieren. Doch was eigentlich? Verboten sind die Elterntaxis schließlich nicht.

          „Wir wollen die Eltern mit Auto nicht zum Feindbild erklären“, sagt Majer. Manche müssten ihr Kind aus organisatorischen Gründen zur Schule fahren. Aber bei vielen sei es eben auch Bequemlichkeit. Oder Sorge. Übertriebene Fürsorge, wie Majer meint, der nun wieder die Aktion „Schulweg-Safari“ startete, die Eltern ermuntern soll, das Auto für den Schulweg stehenzulassen.

          Mehr Kinder im Auto verletzt als auf dem Rad

          Es sei wichtig, dass Kinder regelmäßig Erfahrungen im Straßenverkehr sammelten. Dann seien sie vorbereitet, wenn es wirklich einmal gefährlich werde. Außerdem sei das Bringen im Auto gar nicht so sicher, ergänzte Dieter Herberg, Leiter der Direktion Verkehrssicherheit im Frankfurter Polizeipräsidium. Laut seiner Statistik wurden im vergangenen Jahr mehr Kinder im Auto verletzt als etwa auf dem Fahrrad.

          Diesen und weitere Hinweise können die Verkehrspolizisten den Eltern geben und auf Einsicht hoffen, viel mehr aber nicht. Zumindest waren vor der Preungesheimer Grundschule an diesem Morgen alle Kinder, die im Auto gebracht wurden, angeschnallt, und es war auch kein Kindersitz falsch montiert. Also kein Grund zum Knöllchenschreiben. Und die meisten Eltern brachten ihre Kinder ohnehin zu Fuß. Was vermutlich auch am guten Wetter lag.

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