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Skrupellose Vermieter : Angst vor der eigenen Wohnung

Leben auf der Baustelle: Vor einem der betroffenen Häuser steht – wie schon häufiger – ein Gerüst. Bild: Lucas Bäuml

Ein Investor drängt Mieter mit unlauteren Methoden aus ihren Wohnungen. Eine Initiative fordert die Stadt Frankfurt auf, Betroffene besser zu schützen – doch den Behörden sind die Hände gebunden.

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          Den Garten hinter dem Haus haben die Bagger platt gemacht. Im Sommer ließen die Mieter hier oft zusammen den Abend ausklingen. Nun sind das Vogelhäuschen und die Blumen verschwunden. Viele ihrer Nachbarn sind schon lange weggezogen. In dem Haus haben sie es nicht mehr ausgehalten. Nachdem im Winter die Fenster im Treppenhaus entfernt wurden und die Temperatur an manchen Tagen nur noch einstellig war. Als ihnen mitgeteilt wurde, dass sie künftig in Containern an der Straße duschen müssten, weil die Bäder saniert werden sollen. Oder nachdem das Schloss an der Haustür entfernt wurde und Fremde im Treppenhaus auftauchten.

          Anna Schiller
          Volontärin.

          Diese Zustände beklagten am Montagabend bei einem Treffen der Nachbarschaftsinitiative Nordend Bornheim Ostend (NBO) vier Frankfurter Mieter. Ihre Häuser in gefragten Stadtteilen wurden von einem Investor gekauft, der die Immobilien nun renovieren möchte. Doch die Menschen, die teilweise seit Jahrzehnten in ihren Häusern wohnen, wollen nicht ausziehen. Um sie loszuwerden, sagten die Mieter, machte der Investor ihnen das Leben in ihren eigenen vier Wänden zur Hölle. „Ich hatte panische Angst, zuhause zu sein“, sagte eine Frau, die seit einigen Monaten aus ihrer alten Wohnung ausgezogen ist. „Nach einem Jahr habe ich aufgegeben, es ging psychisch einfach nicht mehr.“ Von ihrem neuen Vermieter habe sie bis zu vier Briefe die Woche erhalten.

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