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Frankfurt : Hilfe für Obdachlose in klirrender Kälte

Bezugsfertig: Ein Container für Obdachlose neben dem Frankfurter Ostpark Bild: Röth, Frank

Für die Winterzeit hat Frankfurt 400 Schlafplätze für Wohnsitzlose in Containern und Heimen arrangiert. Damit niemand auf der Straße erfriert, tourt nachts ein Kältebus durch die Stadt.

          Heizung und Licht funktionieren schon. Nur die Wasserzufuhr in den Containern muss noch eingerichtet werden. Der Umzug der etwa 150 Obdachlosen in die Ausweichquartiere an der Ostparkstraße 10 und 14 könne aber wie geplant von Anfang Dezember an stattfinden, hat Christine Heinrichs vom Frankfurter Verein für soziale Heimstätten während der Vorstellung des Winterangebots für Wohnsitzlose am Mittwoch berichtet.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Da die Notübernachtungsstätte an der Ostparkstraße mit der Hausnummer 16, die bisher 155 Obdachlosen einen Schlafplatz bot, den Brandschutzbedingungen nicht mehr entspricht, muss eine neue Anlage gebaut werden. Die Bauzeit wird laut Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) etwa 18 Monate betragen. Allerdings stehe der Baubeginn noch nicht fest. Trotzdem ziehen die Obdachlosen von Dezember an sukzessive in die Ausweichquartiere, wo es 49 Einzel- und 28 Vierereinheiten sowie eine Ambulanz, ein Pflegebad und ein Café gibt.

          Schlaflager: In der B-Ebene der Frankfurter Hauptwache können Wohnsitzlose in der Winterzeit übernachten.

          Die Containerunterkünfte an der Ostparkstraße sind nur ein Teil des Winterkonzeptes für Wohnsitzlose. Insgesamt werden der Stadträtin zufolge für den Winter etwa 400 Plätze im Tagestreff an der Bärenstraße, im Zentrum Weser 5, im Haus Lilith, im Übergangsheim an der Rudolfstraße und im Sozialzentrum am Burghof für Obdachlose bereitgehalten. Ganz besonders wichtig nannte Heinrichs das Angebot, Wohnsitzlose in der B-Ebene der Hauptwache unterzubringen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hätten 83 Menschen dort zwischen zehn Uhr abends und sechs Uhr in der Frühe einen Schlafplatz gefunden. Allerdings werde die Zahl der Übernachtenden in der Zeit des Weihnachtsmarktes wohl noch ansteigen. Dann kämen zu den ohnehin in Frankfurt lebenden Wohnsitzlosen Menschen aus Ost- und Südeuropa hinzu, die ihr Geld mit Betteln und Straßenmusik verdienten. Nach dem Weihnachtsmarkt sinke die Zahl jedoch wieder rasch.

          Der Vernetzung von Beratungsstellen, Obdachlosenheimen und Notunterkünften dient der Kältebus. Seit Anfang November fährt er jede Nacht eine feste Route durch Frankfurt bis an die Stadtränder. Jede Nacht lege der Bus etwa 120 Kilometer zurück, um niemanden in der Kälte erfrieren zu lassen. Die Mitarbeiter bieten Decken und den Transport in die Notunterkünfte an. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hätten die Mitarbeiter des Kältebusses 165Personen geholfen, darunter 130 aus Osteuropa, berichtete Birkenfeld.

          Heinrichs und die Sozialdezernentin baten die Bürger, aufmerksam zu sein. Wer jemanden sehe, der in der Kälte übernachte, solle unter der Telefonnummer 069- 431414 den Kältebus oder die Hotline für soziale Notlagen anrufen, die unter der 069-212 70070 zu erreichen ist.

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