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Frankfurt : Gedenkfeier für Bin Ladin geplant

Pierre Vogel, radikaler, salafistischer Prediger, war schon am 20. April in Frankfurt aufgetreten. Bild: dapd

Der salafistische Prediger Pierre Vogel will am Samstag in der Frankfurter Innenstadt ein Totengebet für Usama Bin Ladin sprechen. Die Stadt wird die Kundgebung nach Auskunft von Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) verbieten.

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          Der salafistische Prediger Pierre Vogel will am Samstag in der Frankfurter Innenstadt ein Totengebet für Usama Bin Ladin sprechen. Das kündigte er auf seiner Internetseite an; Vogel rief dort zur Teilnahme an der Veranstaltung auf. Die Stadt wird die Kundgebung nach Auskunft von Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) verbieten. „Es kann nicht sein, dass die Stadt menschenverachtende Predigten zugunsten Bin Ladins, der für Volksverhetzung stand, duldet.“

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vogel war am 20. April vor etwa 1500 Zuhörern auf dem Roßmarkt aufgetreten. Damals hatte die Stadt die Kundgebung zwar auch verboten, das Verwaltungsgericht hatte sie unter Auflagen jedoch erlaubt. Stein sagte, man müsse abwarten, wie das Gericht dieses Mal entscheide, der politische Wille müsse aber eindeutig sein.

          Ein „Versuch, den öffentlichen Frieden in unserer Stadt zynisch zu untergraben“

          Innenminister Boris Rhein (CDU) sagte, er unterstütze das Verbot. Zwar müsse ein demokratischer Rechtsstaat auch Demonstrationen von Extremisten aushalten. „Die Grenze dessen, was ein Rechtsstaat an freier Meinungsäußerung ertragen muss, ist jedoch erreicht, wenn öffentlich eines Terroristen wie Usama Bin Ladin gedacht werden soll.“ Falls die Veranstaltung wegen einer Gerichtsentscheidung doch stattfinden sollte, hat die Polizei angekündigt, das gleiche Sicherheitskonzept wie schon vor zwei Wochen anzuwenden. Der Roßmarkt würde dann weiträumig abgeriegelt.

          Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen), sagte, sie unterstützte das Verbot. Die Veranstaltung sei offenbar darauf ausgelegt, die Taten eines der schlimmsten Terroristen zu relativieren; sie sei somit ein „Versuch, den öffentlichen Frieden in unserer Stadt zynisch zu untergraben“. Verbote allein verringerten den Einfluss solcher Fundamentalisten aber nicht. Nötig seien stärkere Anstrengungen in der Stadtteil- und Jugendarbeit.

          Vogel zeige nun sein wahres Gesicht

          Der CDU-Stadtverordnete Thomas Kirchner sagte, er hoffe, das Verbot werde angesichts eines Totengebets für einen Terroristen dieses Mal Bestand haben. Vogel wolle provozieren. Turgut Yüksel von der SPD-Fraktion sagte, es solle alles Erdenkliche getan werden, um die Veranstaltung zu verhindern. Es gehe Vogel auch um einen „demonstrativen Akt der Solidarität“ mit Bin Ladin.

          Auch Sprecher muslimischer Gemeinschaften wandten sich gegen den Auftritt Vogels. Ünal Kaymakci, Sprecher der türkisch-pakistanischen Hazrat-Fatima-Gemeinde und stellvertretender Vorsitzender des Rats der Religionen in Frankfurt, sagte, man könne über die Tötung Bin Ladins diskutieren, aber ein öffentliches Totengedenken für einen Massenmörder sei „jenseits von Gut und Böse“. Es müsse nun eine Reaktion von Muslimen geben. Selcuk Dogruer vom türkischen Ditib-Verband warf Vogel vor, er wolle die Umstände der Tötung Bin Ladins für eine „Hasspropaganda“ gegen den Westen, besonders gegen Amerika nutzen. Ahmed Ayaou von der marokkanischen Taqwa-Moschee distanzierte sich ebenfalls von Vogel.

          Athenagoras Ziliaskopoulos, Vorsitzender des Rats der Religionen, sagte, Vogel wolle nur provozieren, ein öffentliches Totengedenken sei auch durch die Diskussion über die Tötung Bin Ladins nicht zu rechtfertigen. Vogel zeige nun sein wahres Gesicht.

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