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Frankfurt : Flüchtlingshelfer wollen sich besser vernetzen

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„Ein großer Teil dieser Menschen hilft uns immer noch“, sagte Andreas Lipsch von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Bild: dpa

Wie Integration gelingen kann, sollte eine Konferenz der evangelischen Kirche in Frankfurt zeigen. Ihr Zweck war aber auch, den Betreuern Mut zu machen.

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          Mehr als 350 ehren- und hauptamtliche Flüchtlingshelfer haben sich am Samstag in Frankfurt zur ersten Flüchtlingskonferenz der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) getroffen, um sich zu vernetzen und über anstehende Herausforderungen zu sprechen. Kirchenpräsident Volker Jung begrüßte im Dominikanerkloster außer den Helfern auch einige Flüchtlinge.

          Jung erinnerte daran, dass Migration weltweit eine große politische Herausforderung sei, „die nicht durch den Bau von Mauern und Grenzzäunen gelöst werden kann“. Obwohl die Zahl der ankommenden Flüchtlinge in Deutschland gesunken sei, dauere die Not vieler Menschen an. Deswegen sei es wichtig, dass es immer noch so viele Bürger gebe, die sich engagierten. Mit der Konferenz solle ihnen die Möglichkeit gegeben werden, Erfahrungen auszutauschen, sagte Jung. „Wichtig ist aber auch zu schauen, wo wir stehen und was die nächsten Schritte sein müssen.“ Probleme dürften dabei nicht unter den Tisch gekehrt werden. Jung beklagte: „Bisher fehlen dauerhafte Strukturen für die Aufnahme von Flüchtlingen, die uns die Arbeit erleichtern würden.“

          Helfer werden intensiv vorbereitet

          Nachdem es in den vergangenen beiden Jahren vor allem darum ging, Flüchtlinge schnell aufzunehmen und unterzubringen, steht jetzt ihre Integration im Vordergrund. Das war auch das zentrale Thema der Konferenz. An Ständen in der Kirche des Klosters wurden 50 Projekte aus den 20 Regionen der EKHN vorgestellt, die zeigen sollen, wie Integration gelingen kann. Insgesamt gibt es im Gebiet der EKHN 220 solcher Projekte. Das Diakonische Werk Vogelsberg beispielsweise möchte Flüchtlinge in den ländlichen Raum integrieren und bietet dazu Kurse an. „Wir wollen ihnen zeigen, dass auch das Leben auf dem Land lebenswert ist“, sagte Martina Heide-Ermel, die Leiterin der Diakonie Vogelsberg. Die Konferenz wolle sie nutzen, um von anderen Projekten zu lernen, aber auch um ihre Ideen zu verbreiten.

          Mit der Musikschule in Lauterbach habe sie das Projekt „One world orchestra“ begonnen. Dort musizieren Flüchtlinge mit Musikschülern. Außerdem gebe es im Vogelsberg Ehrenamtliche, die Flüchtlinge im Alltag begleiteten und mit ihnen auch über Traumata sprechen. „Die Helfer werden auf ihre Aufgabe intensiv vorbereitet, nur so können sie gezielt helfen“, berichtete Heide-Ermel. Trotz des großen Zeitaufwands seien viele Leute bereit, sich zu engagieren.

          Diesen Eindruck bestätigte Andreas Lipsch von der EKHN. Als die Zahl der Flüchtlinge 2015 ihren Höhepunkt erreichte, löste das eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. „Ein großer Teil dieser Menschen hilft uns immer noch“, sagte Lipsch, „und sie sind nach wie vor positiv gestimmt.“ Viele Helfer seien selbst einmal Flüchtlinge gewesen: „Sie kennen die Situation und wissen, was gebraucht wird.“

          Obwohl Besucher und Verantwortliche ein überwiegend positives Bild zeichneten, wurde auch Besorgnis geäußert. Viel zu oft bestimmten Populisten und Hetzer den Ton und instrumentalisierten Flüchtlinge für ihre Zwecke, sagte Horst Rühl, Vorsitzender der Diakonie Hessen. Das belaste auch diejenigen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagierten. Eine Veranstaltung wie die Konferenz in Frankfurt biete die Gelegenheit, „selbst mal laut zu sein und zu zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen“.

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