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Großprojekt unter Innenstadt : ICE-Tunnel unter Frankfurt soll 3,56 Milliarden Euro kosten

Gruß aus dem Führerhaus: Noch fahren normale Züge in Frankfurt oberirdisch - in Zukunft könnte es aber einen ICE-Tunnel geben Bild: Wiesinger, Ricardo

Der geplante Tunnel für den ICE-Verkehr kostet nach Berechnungen eines Ingenieurbüros mehr als drei Milliarden Euro – einschließlich eines neuen Tiefbahnhofs unter dem Hauptbahnhof. Das hat das Bundesverkehrsministerium bekannt gegeben.

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          Erstmals hat sich das Bundesverkehrsministerium ausführlich zu den Plänen für einen Fernverkehrstunnel unter der Frankfurter Innenstadt geäußert. Auf Anfrage teilte ein Sprecher mit, der neuerdings im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Tunnel für den ICE-Verkehr werde nach Berechnungen eines Ingenieurbüros einschließlich des Tiefbahnhofs unter dem Hauptbahnhof 3,56 Milliarden Euro kosten. Er wird mithin das Gros der für die Ertüchtigung des Eisenbahnknotens Frankfurt vorgesehenen Kosten in Höhe von 5,5 Milliarden verschlingen.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Die Fahrzeitverkürzung wird vom Ministerium mit etwa acht Minuten angegeben. Bisher müssen Fernzüge, die den Hauptbahnhof Richtung Hanau verlassen, zunächst in die Gegenrichtung ausfahren. Sie überqueren dann den Main und fahren durch Sachsenhausen. Diese Umrundung der Innenstadt würde mit dem Tunnel entfallen. Das Ministerium begründet die Investitionen damit, dass ein Fernverkehrstunnel gemeinsam mit dem Bau der nordmainischen S-Bahn die Engpässe zwischen dem Hauptbahnhof und dem Südbahnhof auflösen könne.

          Da Frankfurt der zentrale Knoten im deutschen Eisenbahnnetz sei, habe eine Fahrzeitverkürzung einen besonders hohen Nutzen. Die Tieflage ermögliche zudem im Hauptbahnhof den Bau eines Quertunnels, der die oberirdischen Anlagen mit der S-Bahn und dem neuen Tiefbahnhof verbinde. Damit verringerten sich die Umsteigezeiten, was wegen des künftigen Deutschlandtaktes besonders wichtig sei. Die Fahrgäste müssten dann nicht mehr bis zum Querbahnsteig am Anfang der Halle des Hauptbahnhofs laufen.

          Zwar fahren die S-Bahnen seit den siebziger Jahren unter dem Frankfurter Hauptbahnhof hindurch in die Innenstadt, doch Züge des Fernverkehrs beginnen oder enden dort oder wechseln die Fahrtrichtung, wenn sie weiterfahren. Frühere Überlegungen für einen Tunnel unter der Innenstadt für Fernzüge waren zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts zu den Akten gelegt worden. Erst seit wenigen Tagen ist wieder davon die Rede. Das Bundesverkehrsministerium hatte eine Reihe von Eisenbahnprojekten präsentiert, die im Bundesverkehrswegeplan in die oberste Kategorie des „vordringlichen Bedarfs“ befördert werden. Dazu zählt auch der Ausbau des Eisenbahnknotens Frankfurt. Dabei war überraschend wieder von einem Tunnel unter der Innenstadt die Rede, der westlich des Hauptbahnhofs unter dessen Gleisvorfeld beginnen und etwa am Kaiserlei an der Stadtgrenze zu Offenbach enden würde. Erarbeitet wurden die Pläne nicht von der Deutschen Bahn, sondern einem Ingenieurbüro, auf das das Bundesverkehrsministerium in seiner Stellungnahme auch Bezug nimmt. Der Geotechniker Rolf Katzenbach von der TU Darmstadt, der im Bau von Tunneln für den Schienenverkehr erfahren ist, hat den Bau einer solchen Verbindung im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als möglich bezeichnet. Er rät dazu, die beiden eingleisigen Röhren östlich vom Hauptbahnhof in einer Kurve unter den Main zu führen. So könne die Wand von Hochhäusern zwischen dem Bahnhofsviertel und der Innenstadt umfahren werden. Die Finanzierung von Vorhaben des Schienenfernverkehrs obliegt dem Bund.

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