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Bauprojekt in Frankfurt : Feldhamster verhindern 2000 neue Wohnungen

„Problemhamster“: doch kein neues Wohngebiet in Frankfurt? Bild: dpa

Ein kleiner Nager mit großen Auswirkungen für Frankfurt: Ein geplantes Neubaugebiet am westlichen Stadtrand ist wegen des Tierschutzes derzeit nicht zulässig.

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          Weil weiterhin Feldhamster auf den Feldern bei Sindlingen leben, kann das dort geplante Neubaugebiet nicht entwickelt werden. Dies hat der Magistrat nun auf eine Anfrage des für die westlichen Stadtteile zuständigen Ortsbeirats 6 bestätigt. Wegen der Tiere sei eine Bebauung des Gebietes derzeit nicht zulässig, schreibt der Magistrat. Auf den Flächen westlich und südlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung in Sindlingen sollten eigentlich bis zu 2000 Wohnungen entstehen. Der Feldhamster zählt zu den streng geschützten Tierarten. Der Erhalt der Population und ihres Lebensraums sind durch eine EU-Richtlinie und durch das Bundesnaturschutzgesetz geregelt.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das rund 43 Hektar umfassende Areal bei Sindlingen zählt zu den größten potentiellen Baugebieten Frankfurts, neben dem angestrebten neuen Stadtteil beidseitig der Autobahn 5 nahe Niederursel. Als vorteilhaft wurde die Verkehrsanbindung gesehen: So verlaufen eine S-Bahn-Trasse, die Autobahn 66 und Bundesstraßen in der Nähe. Etwas weniger als die Hälfte der Flächen sind im Eigentum der Stadt oder stadtnaher Gesellschaften und Stiftungen. Das Gebiet ist Teil des im Jahr 2013 beschlossenen städtischen Programms zur Wohnbaulandentwicklung.

          Das Bauland wird noch überwiegend als Ackerland genutzt. Jedoch zählen auch Sportanlagen, Parkplätze und Kleingärten dazu. Diese hätten an andere Stellen weichen sollen, hieß es anfangs. Die Pläne riefen den Widerstand der Bürger hervor. Wegen der Nähe zum Industriepark Höchst spielte für den Wohnbaustandort zudem die Seveso-III-Richtlinie der EU zum Schutz vor Betriebsunfällen eine Rolle. Nach der Vereinbarung zwischen Stadt und Industriepark, wie die Richtlinie auszulegen sei, galt es, einen Sicherheitsabstand von 500 Metern zum Industriepark einzuhalten. Daraufhin wurde vergangenes Jahr beschlossen, den Bebauungsplan anzupassen. Demnach können die Bezirkssportanlage, der Kleingartenverein und die Tennisanlage doch an ihren Standorten verbleiben.

          Dass die Flächen in Sindlingen wegen der Feldhamster als Baugebiet ausscheiden, ist nicht endgültig sicher. „Das Gelände wird weiter regelmäßig auf Feldhamster untersucht“, sagte der Referent von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Es werde beobachtet, ob die Tiere weiterziehen. Eine aktive Umsiedlung der Hamster sei aber nicht geplant.

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