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Messe im Frankfurter Dom : „Gott sei Dank, dass es wieder Gottesdienste gibt“

Kommunion mit Schal und Maske: Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz feiert mit Gläubigen Gottesdienst im Dom. Bild: Diana Cabrera Rojas

Nach wochenlangem Verbot öffentlicher Messen treffen sich Katholiken zum ersten Mal wieder im Frankfurter Dom. Die Plätze sind markiert, gemeinsamer Gesang ist verboten. Und am Altar steht Desinfektionsmittel.

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          Knapp acht Wochen nach dem Verbot öffentlicher Gottesdienste haben am Sonntagvormittag im Frankfurter Dom etwa 60 Gläubige des Bistums Limburg unter strengen Auflagen zum ersten Mal wieder eine frei zugängliche Eucharistie gefeiert. In der großen Kirche waren Plätze mit einem weißen Aufkleber so markiert, dass der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden konnte. Jeweils eine Bank dazwischen blieb frei.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdiensts desinfizierte am Domportal die Hände der Teilnehmer und achtete auf die maximal erlaubte Zahl von 70 Gläubigen, die allerdings nicht erreicht wurde. Abgewiesen werden musste niemand. Viele Katholiken trugen bis zu ihrem Sitzplatz einen Mund- und Nasenschutz, den sie in den Bänken dann meist abnahmen.

          Vor der Hostienausgabe werden die Hände desinfiziert

          Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, der sich am Altar  vor der Ausgabe der Hostien ebenfalls die Hände desinfizierte und einen weißen Schlauchschal vor Mund und Nase zog, sprach von einem Probelauf. Das Bistum Limburg wolle testen, ob unter diesen Vorgaben ein „fröhlicher und würdiger Gottesdienst“ gefeiert werden könne. Zu Eltz nannte zu Beginn noch einmal die wichtigsten Regeln und bat die Gläubigen um Mithilfe.

          Als „besonders bitter“ bezeichnete es der Frankfurter Stadtdekan, dass die Gemeinde nicht gemeinsam singen dürfe. Dennoch sei der erste Gottesdienst nach dem Verbot ein Segen. „Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin, Sie alle im Dom zu sehen“, sagte zu Eltz. Er habe nichts gegen Online- und Fernsehgottesdienste während der Corona-Krise einzuwenden. „Aber das Evangelium muss man mit allen Sinnen erleben können.“ Deshalb seien öffentliche Gottesdienste so wichtig.

          Kein üblicher Friedensgruß, keine normale Kollekte

          Die katholischen Nachbarbistümer Mainz und Fulda wollen erst vom morgigen Montag an wieder mit öffentlichen Gottesdiensten beginnen. Dasselbe gilt in der Rhein-Main-Region auch für die evangelischen Landeskirchen Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck.

          Auf den Friedensgruß durch Händeschütteln wurde in Frankfurt ebenso verzichtet wie auf die Kollekte in den Reihen. Zur Kommunion gingen die Gläubigen, indem sie im Mittelgang den geforderten Abstand hielten. Eine Teilnehmerin sagte nach der Messe: „Das war schön. Gott sei Dank, dass es endlich wieder Gottesdienste gibt.“

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