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Umweltzone : Fahrverbot doch nur für knapp 28.000 Fahrzeuge

Bild: F.A.Z.

Knapp 28.000 Fahrzeuge werden in Frankfurt von dem Fahrverbot in der Umweltzone betroffen sein - das sind weniger Autos als zuvor angenommen. Alte Benziner mit Katalysator dürfen künftig in der Umweltzone fahren.

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          Die Zahl der Fahrzeuge, die in einer künftigen Frankfurter Umweltzone nicht mehr fahren dürfen, wird nun doch kleiner sein als angenommen. Statt der bisher von der Zulassungsbehörde genannten rund 59.000 in Frankfurt zugelassenen Autos, Lieferwagen und Lastwagen werden künftig nur noch knapp 28 000 von einem Fahrverbot betroffen sein. Die Zahl der Pendler-Autos ist dabei nicht berücksichtigt.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Grund für diese Änderung ist die gemeinsame Ankündigung von Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium, auch an Inhaber von Benzin-Autos mit „G-Kat“, mit geregeltem Katalysatoren der ersten Generation nach US-Norm, nun doch Plaketten zu vergeben. Obwohl diese Autos nicht mehr Schadstoffe ausstoßen als Benziner nach Euro-1-Norm, sollten sie nach der ursprünglichen Regelung keine Plakette bekommen.

          „Die Vernunft ist im Begriff zuzuschlagen“

          Allein in Frankfurt gibt es nach Angaben der Zulassungsstelle rund 31.000 Autos, die von dieser Regelung betroffen sind. Ob diese Fahrzeuge, wie ansonsten die Benzinautos, in die beste Schadstoffgruppe mit der grünen Plakette eingeordnet werden oder in eine andere Schadstoffgruppe, ist dabei noch offen. Sicher ist nur, dass die seit 1. März geltende Kennzeichnungsverordnung für schadstoffarme Fahrzeuge nachgebessert wird. „Wir ändern die“, bestätigte das Bundesumweltministerium auf Anfrage, und: „Es wird rasch gehen.“ Frankfurt plant wie andere Großstädte auch die Einführung einer Umweltzone zum Januar 2008.

          Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Die Grünen) lobte den Bund, dass er auf die gewichtigen Bedenken der Städte reagiere. „Die Vernunft ist im Begriff zuzuschlagen“, so Sikorski. Die geplante Änderung der Plakettenverordnung sei ein wichtiger Schritt zur Akzeptanz der künftigen Umweltzone, teilte er mit. Schließlich sollten von einer Zone, die die gesundheitsgefährdenden Feinstäube mindern soll, auch in erster Linie diejenigen betroffen sein, die tatsächlich noch „alte Stinker mit hohen Feinstaubemissionen fahren“.

          Sonderregelung für Oldtimer

          Und dies sind vor allem alte Dieselfahrzeuge, deren Zahl sich in Frankfurt auf 14.000 beläuft, 5500 Nutzfahrzeuge und 8600 Autos. Sie werden in keinem Fall eine Plakette erhalten. Allerdings ebenso wenig wie 13.547 Benziner, die nicht einmal über einen G-Kat verfügen und mithin vor 1993 gebaut worden sind. Damals wurde der Katalysator in Deutschland Pflicht. Auch für Oldtimer, von denen gut 1300 in Frankfurt zugelassen sind, wird es künftig eine Regelung geben. Nach Angaben Sikorskis sind die bei der Erarbeitung der Kennzeichnungsverordnung einfach vergessen worden.

          Im Bundesumweltministerium weist man jegliche Schuld an dem gesamten Durcheinander bei der Kennzeichnungsverordnung zurück. „Wir können uns das alles nicht erklären“, teilte ein Sprecher mit. Der Bund habe auf Wunsch der Länder gehandelt. „Wir haben es genau so gemacht, wie die es wollten.“ Vor allem versteht man in Berlin nicht, warum die Städte erst vor wenigen Wochen bemerkt haben, dass zu viele Benzin-Fahrzeuge von einem Fahrverbot betroffen seien. Im Übrigen sei es immer im Ermessen der Städte gewesen, Gruppen vom Fahrverbot auszunehmen. „Natürlich“, schimpft Sikorski, „kann man alles über Ausnahmegenehmigungen regeln.“ Das könne aber doch nicht Sinn einer Verordnung sein.

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