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Sympathie für Wahrzeichen : Euro-Skulptur in Frankfurt kann vielleicht bleiben

Die Euro-Skulptur von Ottmar Hörl ist Kult. Bild: Nerea Lakuntza

Womöglich bleibt die Euro-Skulptur in der Frankfurter Innenstadt doch erhalten. Der Eigentümer hat Gespräche mit der EZB und der Stadt über eine Beteiligung an den Unterhaltungskosten geführt.

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          Manfred Pohl, der Vorsitzende des Frankfurter Kultur Komitees, zeigt sich zuversichtlich, dass die Euro-Skulptur von Ottmar Hörl doch an ihrem bisherigen Standort gegenüber den Städtischen Bühnen erhalten bleiben kann. Pohl hatte vor einigen Wochen angekündigt, die Skulptur zu versteigern, weil der Verein die Unterhaltskosten nicht mehr aufbringen könne. Nach der Berichterstattung darüber konnte Pohl Gespräche unter anderem mit Vertretern der Europäischen Zentralbank und der für europäische Angelegenheiten zuständigen Stadträtin Eileen O’Sullivan (Volt) im Magis­trat führen.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Zwar kann Pohl nicht von finanziellen Zusagen berichten, aber er sei optimistischer als noch vor einigen Wochen, was die Zukunft der Skulptur angehe, sagte er am Dienstag. Nach seinen Worten sind ungefähr 200.000 Euro im Jahr notwendig, um die Skulptur zu erhalten. Es gehe um Reparaturen, nicht zuletzt aufgrund von Vandalismus-Schäden, um Stromkosten und um regelmäßige TÜV-Untersuchungen, für die zweimal im Jahr eine Hebebühne organisiert werden müsse. Vor der Corona-Krise habe er genügend Spender gefunden, um die Kosten zu finanzieren, sagt Pohl weiter.

          Doch vor allem aus den Unternehmen höre er inzwischen immer wieder, wegen der schwierigen Wirtschaftslage sei in dieser Hinsicht gegenwärtig nichts zu machen. Aus der Europäischen Zentralbank hieß es am Dienstag, man werde sich nach der Sommerpause noch einmal mit dem Frankfurter Kultur Komitee zusammensetzen.

          Ein „echter Kult“

          Eine Entscheidung über eine finanzielle Förderung sei bisher nicht getroffen worden, doch sei die Notenbank interessiert, eine Lösung zu finden. Das Büro von Stadträtin O’Sullivan schrieb, die Skulptur symbolisiere, dass Frankfurt eine Europastadt sei. Sie sei „echter Kult“. Insofern würde man es gutheißen, wenn die Skulptur erhalten bliebe, und die Stadt sei auch bereit, einen Teil dazu beizutragen. Doch dauerten die Gespräche darüber noch an, wie es weiter hieß.

          Vom hessischen Finanzministerium, an das sich Pohl ebenfalls gewandt hatte, heißt es schließlich, die Landesregierung sei am Erhalt des Euro-Symbols in Frankfurt interessiert. „Zunächst sehen wir lokale Akteure in der Pflicht, das Euro-Symbol zu erhalten. Sobald sich weitere Akteure zur Finanzierung gefunden haben, sind wir gerne bereit, einen Teil mitzutragen.“

          Die Skulptur war Ende 2001 aufgestellt worden, also kurz vor der Einführung des Euros als Bargeld 2002. Sie ist 14 Meter hoch. Damals hatte die Europäische Zentralbank ihren Sitz noch nebenan im Eurotower. Das Kultur Komitee sieht die Skulptur als ein identitätsstiftendes Symbol für Frankfurt, Europa und die Währung dieses Kontinents. Pohl hebt hervor, seit zwei Jahren werde am Fuße des Zeichens der von ihm erfundene „Tag des Euro“ gefeiert.

          Für die europäische Währung hatte sich der frühere Leiter des Unternehmensarchivs der Deutschen Bank und Chefhistoriker des Konzerns zu Beginn des neuen Jahrtausends auf verschiedene Weise eingesetzt; in Erinnerung geblieben sind die von Künstlern und Prominenten bemalten Euro-Skulpturen, die unter anderem auf dem Mittelstreifen der Mainzer Landstraße zwischen der Alten Oper und dem Platz der Republik standen. Nicht zuletzt Pohl war es auch zu verdanken, dass es in der Silvesternacht 2001/2002, als der Euro die Deutsche Mark ablöste, eine Feier zu Füßen der damals neuen Euro-Skulptur gab.

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