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Frankfurter Magistrat : Romantikmuseum wird erst 2021 eröffnet

Rohbau des Romantikmuseums: Im September 2017 feierte das Gebäude Richtfest. Bild: Helmut Fricke

Ursprünglich sollte das Museum im Laufe des nächsten Jahres für die Besucher geöffnet werden. Nun soll es mindestens Anfang 2021 werden. Zuletzt war von langsamen Baufortschritten und Materialknappheit die Rede.

          Das Deutsche Romantikmuseum wird aller Wahrscheinlichkeit nach erst im Jahr 2021 eröffnet. Ursprünglich sollte das Museum, das derzeit neben dem Frankfurter Goethehaus am Großen Hirschgraben entsteht, Besuchern im Laufe des nächsten Jahres erstmals zugänglich sein. In einem Magistratsbericht an die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung heißt es nun auf Anfrage der Fraktion „Die Frankfurter“, die Übergabe des Gebäudes, das die städtische ABG-Holding derzeit im Auftrag des Freien Deutschen Hochstifts errichtet, werde sich „etwas verzögern“.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ursprünglich war die Übergabe an das Hochstift für Ende Mai dieses Jahres geplant. Für die Zeit danach war der von Bund, Land und Stadt zu jeweils einem Drittel finanzierte Trägerverein des Goethehauses davon ausgegangen, rund anderthalb weitere Jahre für Innenausbau und Einrichtung des Museums zu benötigen. Diese Frist greift nun auch der Magistratsbericht auf, der für beides „mindestens eineinhalb Jahre“ veranschlagt. Je nachdem, zu welchem genauen Zeitpunkt die Übergabe des Gebäudes in den nächsten Monaten erfolgen kann, verschiebt sich die Eröffnung des Museums damit auf Anfang bis Mitte des Jahres 2021.

          Im Goethehaus war zuletzt von langsamen Baufortschritten aufgrund der guten Konjunktur im Baugewerbe bis hin zu Materialknappheit die Rede. Schon Ende vorigen Jahres hatte die Eröffnung des von der Stadt errichteten Jüdischen Museums von diesem Sommer auf den Herbst verschoben werden müssen.

          Investitionssummen sollen eingehalten werden

          Das 1859 als Volksbildungsverein gegründete Hochstift, das vier Jahre später Goethes Elternhaus kaufte, sammelt seit dem frühen 20. Jahrhundert Handschriften der zu Goethes Lebzeiten tätigen Dichter und Schriftsteller der Romantik sowie die Kunst jener Zeit. In dem vom Frankfurter Architekten Christoph Mäckler entworfenen Museumsneubau, dessen Betonfassade inzwischen die an das benachbarte Goethehaus angelehnte farbige Fassung aufweist, will es die wertvollen Werkmanuskripte, Briefe, Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Erinnerungsgegenstände der Epoche erstmals angemessen und im Wechselspiel präsentieren. Bund und Land beteiligen sich an den Gesamtkosten von rund 16 Millionen Euro mit jeweils 4 Millionen Euro, die Stadt gibt 1,8 Millionen. Den restlichen Betrag brachten das Hochstift und zahlreiche Bürger durch Spenden auf.

          In die Errichtung der hinter dem Museum gelegenen, ebenfalls von der ABG errichteten Goethe-Höfe rund um den Cantate-Saal der „Fliegenden Volksbühne“ investiert die Stadt weiteres Geld. Im Bericht des Magistrats heißt es, die mit dem Hochstift für den Museumsbau vereinbarten Investitionssummen würden eingehalten. Nach der Schlüsselübergabe durch die ABG plant das Hochstift einen Tag der offenen Tür.

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