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Fünf Konkurrenten am Markt : Frankfurt erlässt Regeln für Mieträder

  • -Aktualisiert am

Immer mehr: Call-a-bike ist nur ein Anbieter in Frankfurt Bild: Patricia Kühfuss

Frankfurt will etwas gegen die Mieträder-Flut tun. Ihre neuen Vorgaben sind aber nicht rechtsverbindlich, sondern nur Empfehlungen. Weitere Anbieter drängen derweil auf den Markt.

          Die Verleiher von Fahrrädern müssen sich in Frankfurt künftig an eine Reihe von Regeln halten. Sie müssen Gehwege, Radwege, Fußgängerüberwege sowie Ein- und Ausfahrten von ihren Mieträdern freihalten – so steht es in einem Merkblatt, das der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) herausgegeben hat. Der Dezernent fordert die Verleih-Unternehmen auf, sich künftig an das Regelwerk zu halten, gibt aber zu, dass es nicht rechtsverbindlich ist, sondern lediglich eine Empfehlung. Oesterling droht allerdings mit gesetzlichen Regelungen für den Fall, dass sich die Firmen nicht an den Leitfaden halten.

          Das Regelwerk enthält auch Punkte für die Mieter der Räder: Sie dürfen die Drahtesel nach der Benutzung nicht mehr in Parks, Grünanlagen oder am Mainufer abstellen. Zudem sollen sie und die Mietrad-Unternehmen die Räder nicht an öffentlichen Fahrradständern oder in öffentlichen Abstellanlagen plazieren, diese sollten für private Räder reserviert sein. Die Anbieter müssen künftig garantieren, dass falsch abgestellte oder nicht verkehrssichere Räder innerhalb von 24 Stunden umgestellt beziehungsweise aus dem Verkehr gezogen werden. Andernfalls will die Stadt solche Räder künftig selbst entfernen und die Kosten dem jeweiligen Anbieter dann in Rechnung gestellt.

          Fünf Konkurrenten am Markt

          In Frankfurt ist die Zahl der Mietrad-Unternehmen im vergangenen halben Jahr auf fünf gestiegen. Zu den etablierten Firmen Call-a-Bike mit etwa 2700 und Nextbike mit rund 500 Rädern sind drei weitere Anbieter hinzugekommen. Diese stellen ihre Räder nicht wie Call-a-Bike und Nextbikan an festen Stationen ab, ihre Mieträder können nach dem Prinzip „Freefloating“ an jeder Stelle in der Stadt oder im Umland abgestellt werden, sofern sie damit nicht den Verkehr verhindern. Verkehrsdezernent Oesterling macht freilich keinen Hehl daraus, dass die Präferenz der Stadt bei einem System mit festen Stationen liegt. Allerdings habe sie derzeit keine rechtlichen Möglichkeiten, dies auch durchzusetzen.

          Insgesamt dürften in Frankfurt demnächst knapp 7000 Mieträder im öffentlichen Raum im Angebot sein, und einige Firmen wollen ihre Flotte noch ausdehnen. Nach Angaben Oesterlings liegen auch Anfragen von weiteren Anbietern vor. So ist beispielsweise damit zu rechnen, dass demnächst auch der chinesische Anbieter Mobike, der im November in Berlin seine erste Dependance eingerichtet hat, in Frankfurt aktiv wird.

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          Grundsätzlich begrüße die Stadt den zunehmenden Wettbewerb auf dem Mietrad-Markt, sagte der Verkehrsdezernent. Das sei gut für die Preise, zudem stünden auch in der kalten Jahreszeit jetzt mehr Räder zur Verfügung – noch dazu im Umland, wo bisher kein Angebot vorhanden gewesen sei. Allerdings herrschten an manchen Stellen in der Stadt inzwischen untragbare Zustände. Vielerorts würden Räder nicht ordnungsgemäß abgestellt, sondern auf Gehwegen und in Parks stehengelassen. Zudem fielen einige der Räder häufig um. Das Unternehmen Byke, dessen Räder nicht besonders standfest sind, will diese jetzt mit einem besseren Ständer ausrüsten. Auch versprach Byke, sich an das neue Regelwerk zu halten: „Wir erfüllen die Vorgaben“, hieß es.

          Für die Anbieter besteht die Schwierigkeit darin, dass sie das Verhalten ihrer Kunden nur bedingt steuern können. Oesterling empfiehlt ihnen deshalb, eine Malus-Regelung für jene Radler einzuführen, die ihre Räder falsch abstellen. Die Stadt erwarte von den Anbietern zudem, dass sie sich bereit erklärten, schriftliche Anfragen von Behörden innerhalb von 24 Stunden zu beantworten.

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